Lob den Äpfeln! Hoch die Tassen!

Lob den Äpfeln! Hoch die Tassen!

„Ach schüttle mich, schüttle mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif!“ ruft der Apfelbaum aus dem Märchen „Frau Holle“ den Mädchen zu. Die eine hilft und wird als fleißiges Kind zur Goldmarie. Die andere befürchtet einen prasselnden Regen schwerer Früchte, geht vorbei und bereut es als Pechmarie. Ich fühle mich gerade verpflichtet wie Goldmarie. Aber nicht mal schütteln muss ich, bei mir regnet es ganz von selbst Äpfel – doch das Fallobst muss täglich gesammelt und verarbeitet werden. Und nun?

Vom einen Baum fallen sie schon runter, vom anderen müssen sie geerntet werden – die Äpfel. Herrlich, wenn man alte Apfelsorten im Garten hat, da schmecken die Äpfel noch nach Äpfeln. Schon als Kind konnte ich nie erwarten, bis endlich die ach so verlockenden Früchte an den Zweigen endlich reif waren. Viel zu früh habe ich mir stets ein paar noch grüne Früchtchen stibitzt und gierig gefuttert (oft mit sehr durchschlagendem Erfolg).

Heute warte ich brav, bis sie schön ihr sortentypisches Make-up angelegt, ihren typischen Duft durch die Luft schicken und dann – unbeschreiblich gut schmecken. Als wäre der ganze Sommer unter einer dünnen Schale eingefangen. Wen kümmert’s, wie die Sorte heißt, wenn die Äpfel klein statt riesig und nicht makellos sind. Im Supermarkt kann jeder kaufen. Wo’s dem Wurm gefällt, da muss der Apfel einfach gut sein.

Apropos Schale! Nachdem Gartenäpfel oftmals geputzt werden müssen (braune Stellen, Mitbewohner), fallen beim Apfelmuskochen, Apfelkuchenbacken, Apfelgeleebereiten reichlich Schalen an – viel zu schade, um auf dem Kompost zu landen. Direkt unter den Schalen stecken bekanntlich die meisten Vitamine. Also, ab in die Kanne. Apfelschalentee – frisch aufgebrüht, Nase reinhängen, Duft tanken und vom Paradies träumen!!!

Rezept? Ganz einfach: Reichlich Apfelschalen mit kochendem Wasser überbrühen, zehn Minuten ziehen lassen, nach Wunsch mit Zitronensaft und Zucker oder Honig verfeinern. Heiß getrunken herrlich wohltuend bei herbstlich-kühlenTemperaturen, aber auch erfrischend an altweibersommerlich-warmen Tagen und selbst kalt noch prickelnd für den Gaumen. Jetzt bin ich ganz Goldmarie!

2 Kommentare
  • Elisabeth Siglreitmeier
    Antworten

    Wenn man auch noch eine Zimtstange und oder etwas Nelke zum Tee gibt, hat man einen richtigen guten Wintertee.

    Superlecker!

    Gruss,

    Lisi

    10. Oktober 2008 um 17:04

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