Hungrige Schnäbel

Derzeit beobachte ich täglich um die Mittagszeit, dass ein Schwarm Dompfaffen sich in unserem großen Kirschbaum niederlässt und genüsslich Knospe um Knospe abpickt. Mit lautem Gezwitscher… …flattern die Dompfaffen, drei farbenprächtige Männchen und mindestens vier unscheinbar bräunliche Weibchen (oder Jungvögel), zwischen den Ästen herum und fliegen nach etwa 10 Minuten wieder davon. Nun sind Dompfaffen neben Finken durchaus dafür berüchtigt, im Winter große Mengen Knospen – insbesondere von Obstbäumen – zu knabbern, weil ihre sonst übliche Nahrung wie  Sämereien kaum noch zur Verfügung stehen. Sie können da sogar einen nicht unerheblichen Schaden für den Gärtner anrichten.

Immer wieder wird erklärt, dass die Vögel mit diesen Knospen ihren Wasserbedarf stillen wollten. Das verstehe ich nicht. Erstens gibt es genügend Wasser (Schneereste, Pfützen usw.), zweitens sind die Knospen derzeit extrem entwässert und können den Flüssigkeitsbedarf gar nicht decken. Kann also was nicht stimmen…

Liegt die Vorliebe für Knospen vielleicht eher daran, dass die Vögel die wertvollen Stoffe der Knospen schätzen – Flavonoide, ätherische Öle, Harze vom Knospenverschluss sowie Vitamine, Mineralstoffe aus dem Knospeninnerenusw.? Das, was auch Bienen schätzen, was auch wir in Form von Knospentinktur zur Immunstärkung nutzen?

Kann mir da mal jemand auf die Sprünge helfen?

Bild: wikipedia/siga

5 Gedanken zu „Hungrige Schnäbel“

  1. Mein Schwiegersohn in spe, Hobby-Ornithologe, ist sich sicher, dass Letzteres der Fall ist.
    Die Nährstoffe sind es, was die Gimpel holen.
    Steht auch in Wikipedia, dass sie Knospen mögen.
    Bei uns hinterm Haus ist eine Baum- und Staudenanlage einer Baumschule. Auch hier waren sie die vergangenen Wochen zu Hauf.
    Hoffen wir, dass der Winter nicht mehr so streng wird, damit sie auch wieder etwas anderes finden.

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  2. Hallo Frau Greiner,

    ich würde Gertraud´s Schwiegersohn (in spe) meinen Glauben schenken … kennt sich aus der Mann :).
    Aber eigentlich bin ich hier gelandet, weil ich nach was ganz anderem gesucht habe: ich habe mich nämlich gefragt, ob man wohl auch aus den Knospen des Kirschbaumes eine Art Knospen-Tinktur oder ein Knospen-Öl herstellen und wofür man solches dann verwenden kann. Vielleicht hilft mir ja auch jemand hopsen?

    Fragende Grüße
    Andrea Kellerer

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  3. Liebe Frau Kellerer,
    ob aus Pappel- oder Kirschknospen, Tinktur lässt sich gleichermaßen herstellen. Und anwenden.
    Gilt als Ersatz für Propolis, wird vorbeugend zur Stärkung des Immunsystems eingenommen, bei Halsschmerzen gegurgelt (natürlich verdünnt) und zur äußerlichen Behandlung von Ekzemen, Wunden etc. verwendet.
    Aber: Nicht zu viele Knospen von einem Zweig, von einem Baum ernten. Das kostet den Baum schließlich viel Kraft!
    Schöne Grüße
    Karin Greiner

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