Ein Gedicht: Dicke Bohnen

Warum gibt es eigentlich kaum noch Dicke Bohnen (eigentlich keine echten Bohnen, sondern Wicken, botanisch Vicia faba)? Das seit Urzeiten angebaute Gemüse ist schier in der Versenkung verschwunden, von Busch-, Prinzess-, Bobby- und anderen Lifestylebohnen verdrängt. Weil sie falsch serviert werden? Weil kaum noch jemand weiß, wie man diese Hülsenfrüchte zubereitet? Weil Saubohne, Pferdebohne, Viehbohne, Ackerbohne nicht gerade schmeichelhafte und verlockende Namen für ein edles Gemüse sind? Oder etwa die Bezeichnung Puffbohne einen vom Verzehr abhält (Puff hat nur entfernt etwas mit den anrüchigen Etablissement zu tun, es geht auf Buff oder Bausch zurück – wegen der anschwellenden Früchte, die sich ähnlich wie Puffärmel aufschwellen. Ein Schelm, wer jetzt Wicken, Puff, Schwellung usw. zu nicht stubenreinen Witzen vereint 😉 )? Mir egal, ich halte die Fahnen für diese eiweißreiche Kost hoch!

Dicke Bohnen machen zugegeben etwas Mühe bei der Vorbereitung. Aber die lohnt sich! Zunächst heißt es, die etwa daumennagelgroßen Samen aus den Hülsen zu holen. Dafür die Hülsen entlang der Nähte aufbrechen und die Bohnenkerne (die eigentlich Wickenkerne sind) lösen. Die Samenkerne stecken in ledrigen Hüllen, aus denen muss man sie auch noch befreien. Deshalb in Salzwasser 5-8 Minuten garen, abschrecken und einzeln aus den Hüllen drücken. Auch bei tiefgefrorenen Dicken Bohnen ist dieser Arbeitsschritt meist unerlässlich, manchmal reicht es aber, sie in warmem Wasser ein paar Stunden weichen zu lassen.

Die von ihren Hüllen befreiten Kerne glänzen hellgrün und können vielseitig weiter verwendet werden. In Butter geschwenkt als Beilage. Mit anderem Gemüse in einem pikant abgeschmeckten Gemüsesalat. Mit Birnen und Speck. Zu Pasta. Mit Kartoffeln in der Pfanne – das geht ganz fix:

Kartoffeln vom Vortag in Scheiben schneiden und in der Pfanne kross braten, Paprika- und Zwiebelwürfel dazu. Zuletzt die Dicken Bohnen  untermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen, frische Kräuter dazu. Schmeckt direkt als vollwertig-vegane Mahlzeit – wer möchte, kann gebratene Putenstreifen oder Lachs dazu mischen.

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