Die glorreichen Sieben

Palmsonntag – Palmbuschen. Traditionell besteht ein solcher in vielen Regionen aus sieben verschiedenen Pflanzen. Diese glorreichen Sieben wählt man aus einer Reihe symbolträchtiger Gehölze aus, was eben vor der eigenen Haustür zu finden ist. Salweide (Palmkätzchen), Hasel, Eibe, Efeu, Wacholder, Stechpalme, Buchsbaum, Lärche, Eiche… Alle haben eine tiefsinnige Bedeutung:

Salweide = Frühling, Auferstehung und Neubeginn
Hasel = Weisheit und Fruchtbarkeit
Eibe = Hüterin des Lebens, Einheit von Mensch und Natur
Efeu = Ewigkeit und Treue
Wacholder = Gesundheit und ewiges Leben
Stechpalme = Dornenkrone und Blut Jesu
Buchsbaum = Unsterblichkeit
Lärche = Erneuerung, Schutzbaum
Eichenzweig mit dürrem Laub = das Vergängliche
Weil Eibe und Stechpalme unter Naturschutz stehen, ausschließlich aus dem eigenen Garten geschnitten werden dürfen, hat man sie vielfach ersetzt – beispielsweise durch Lebensbaum (Thuja).

Früher wurden die Zweige für den Palmbuschen von den Männern geschnitten und gebunden. Man hat sie bereits zu Aschermittwoch geholt und bis Samstag vor Palmsonntag aufbewahrt, um sie dann am Vortag zum Fest zu einem kunstvollen Strauß oder Gebinde zusammenzufügen.

Sonntag wurde der Palmbuschen feierlich geweiht. Die Zweige kamen dann in die gute Stube, wo sie für den Schutz vor Feuer und Unwetter und die Gesundheit der Bewohner sorgen sollten. Im Stall sollten sie Krankheiten vom Vieh abwenden, auf dem Acker die Ernte sichern.

2 Gedanken zu „Die glorreichen Sieben“

    • Es müssen nicht zwingend sieben Pflanzen sein – aber sieben ist eben eine magische Zahl. Mag sein, dass es etwas mit den sieben Pflanzen zu tun hat, die das Land Israel kennzeichnen. Weizen, Gerste, Wein, Feige, Granatapfel, Olive und Dattel werden in der Bibel eigens dazu erwähnt. Sie gelten als Ausdruck von Gottes Segen und wurden von den Kindern Israels nach vierzig Jahren Wüste im Gelobten Land vorgefunden.
      Siehe auch Wikipedia, Sieben: „Die Sieben ist die Summe von drei und vier, von Geist und Seele einerseits sowie Körper andererseits, also das Menschliche. In der überkommenen christlichen Zahlensymbolik des Mittelalters steht die Drei für die nach dem Bild des dreifaltigen Gottes geschaffene Seele und alle geistigen Dinge. Die Vier ist die Zahl der Elemente und steht damit symbolisch für die materiellen Dinge, die nach antiker Anschauung alle aus der Kombination der vier Elemente hervorgehen.“

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