Heute ist Freitag. Italienisch venerdi, französisch vendredi, also Venustag – zu Ehren von Venus, der römischen Göttin der Schönheit, der Liebe und der Erotik. Eines ihrer Attribute ist ein Spiegel. In dem man sich gerne mal anschaut, ob denn mit der Schönheit auch alles zum Besten steht. Und was hat Venus jetzt mit den Pflanzen zu tun?

Da gibt es etwa das Venusbecken, Venuswanne oder Venusbad. So nennt man die Wasseransammlung, die sich in den Blattachseln der Wilden Karde (Dipsacus fullonum) bildet. Das Nass soll angeblich zu einem schönen Antlitz verhelfen.

Den großen Wassertropfen, der beim Frauenmantel in der Blattmitte funkelt, nennt man Venusspiegel. Angeblich besieht sich Venus darin, bei ihrer Morgentoilette.

Ein Glockenblumengewächs, nur selten noch in kalkreichen Getreidefeldern oder Weinbergen zu finden: der Venusspiegel. In seinen Blüten findet sich, mit etwas Vorstellungskraft, das Symbol ♀ für das Weibliche, die Göttin Venus oder für die Frau – das hell abgesetzte Saftmal in der Mitte stellt den Spiegel, die dreiteilige Narbe den Handgriff dar.

Diese Pflanze wird auch Venussiegel genannt – warum? Dazu muss man wohl seine Phantasie spielen lassen. Es ist die Einbeere.

Ach ja, dann gibt es noch die Venusbrauen, Venushaar, Venuskamm… Noch was? Würde ich gerne erfahren.


Und in zwei Tagen ist es auch schon wieder so weit – Venustag!
Die Attribute, für die die Göttin Venus steht, waren mir ja bereits bekannt, aber das davon so viel in der Pflanzenwelt verborgen liegt, war mir bisher nicht bewusst gewesen. Sehr bemerkenswert!
Da werde ich nächsten Freitag doch glatt nach diesen Wundern der Natur, bzw. was der Mensch darin zu sehen vermag, Ausschau halten!
Liebe Grüße
Frank