Samen vorquellen

Samen vorquellen

Garkiste Samen detailEs geht los! Endlich ist das Jahr so weit fortgeschritten, sind die Tage wieder so lang, dass man sich mit Aussaat befassen kann. Also ab mit den Samen in die Erde, warm stellen, feucht halten und sich schon mal freuen, dass die Saat aufgeht! Die Samen müssen dafür erst mal quellen, also Wasser aufnehmen.

Das weckt das ruhende Leben im Samenkern und bringt den Stoffwechsel unter der Samenschale ins Laufen. Hier lässt sich sehr gut Geburtshilfe leisten: Samen vorquellen, bevor sie in die feinkrümelige Wiege aus Erde kommen.

Garkiste SamenUnd wieder nehme ich die Garkiste von der Garwerkstatt im Salzburger Land zuhilfe: Hier bleiben die Samen über Stunden in einem mollig warmen Bad – anders als wenn man sie einfach nur in Wasser legt und irgendwo aufstellt. Bei mir ist es zudem noch ein Kamillenblütenbad, denn das beugt Pilzinfektionen vor, die gefürchtete Umfallkrankheit bei den Sämlingen hat da keine Chance.

Und so geht’s: Kamillensud zubereiten, dafür nehme ich einfach den schon vorher für einen Genusstee ausgekochten Beutel oder Blütensatz. Den Sud nur sanft erwärmen! Maximal 30 °C – sonst kochen die Samen. Samen in den Sud legen, in die Garkiste stellen. Über Nacht quellen lassen. Am nächsten Tag die vorgequollenen Samen wie gewohnt aussäen. Das lohnt nicht nur bei Bohnen!

Die Samen von Doldenblütlern wie Gelbe Rübe, Pastinake, Petersilie oder Schnittsellerie, Kräuter wie Rosmarin, Estragon, Zitronenmelisse und Ysop, Gemüse wie Lauch, Zwiebeln und Schnittlauch, ebenso Monatserdbeeren brauchen oft sehr, sehr lange, bis sie endlich mal keimen. Drei, vier, fünf Wochen sind keine Seltenheit. Vorquellen im warmen Sud bringt gerade bei diesen Arten einen großen Entwicklungsvorsprung. Außerdem minimiert sich die Gefahr, dass die Samen von Bodenschädlingen oder Pilzkrankheiten befallen werden.

4 Kommentare
  • Sehr schöner Artikel. Ich werde das gleich mal ausprobieren 🙂

    18. März 2015 um 1:14
  • wiebke
    Antworten

    das ist ein toller tipp danke!

    18. März 2015 um 9:18
  • Auch mir gefällt der Artikel sehr gut. Danke hierfür. Fünf Wochen finde ich aber relativ lange, muss ich ganz ehrlich sagen. Ich hatte bisher eigentlich die ersten Erfolge nach 10-15 Tagen. Zumindest den Anfang.

    Mit Bodenschädlingen musste ich bis jetzt zum Glück noch nicht kämpfen. Vielleicht habe ich einfach einen grünen Daumen 🙂

    18. März 2015 um 17:50
  • Als leidenschaftlicher Biogärtner bin ich immer wieder auf der Suche nach neuen Tipps und Tricks. Dass durch Vorquellen im warmen Sud einen Entwicklungsvorsprung für ein schnelleres Keimen bringen, habe ich bis jetzt noch nicht gewusst.

    9. Mai 2015 um 23:04

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