Eicheln satt!

Eicheln satt!

„Bevor der Mensch die Eicheln den Säuen zum Fraß vorwarf, aß er sie selbst. … In Notzeiten erinnerten sich die Menschen immer wieder an die Eicheln. Diese wurden geröstet, gemahlen, mit Beeren gesüßt und als Eichelkaffee getrunken. In der Schweiz ordnete das Oberforstinspektoriat 1918 das Sammeln von Eicheln an. 475 Tonnen sollen zusammengekommen sein, die in mehreren Fabriken zu Kaffeeersatz verarbeitet wurden.“ So schreibt Gisula Tscharner in ihrem Buch „Hexentrank und Wiesenschmaus“ (AT Verlag, 2001).

Bei Michael Machatschek „Nahrhafte Landschaft“ (Böhlau 1999) heißt es: „Eicheln enthalten bis zu 70 % Stärke und Zucker und etwa 6 % Eiweiß, weshalb sie lange Zeit als Nahrungsmittel geschätzt waren. Über Nutzung und Züchtung erhielt man auch Sorten mit `Süßen Eicheln´. Manche Baumfrüchte sollen süßer als die Esskastanien gewesen sein.“

Den ungewöhnlichen Eichel-Reichtum dieses Jahres teste ich gerade mal durch. Allein in Form und Färbung unterscheiden sich die Eicheln stark – es gibt große dicke, kleine schlanke, abgeplattete und zugespitzte Früchte, der Fruchtbecher sieht bei allen etwas anders aus. Wohlgemerkt allein bei den Stieleichen (Quercus robur)! Wobei es durchaus Übergänge zwischen dieser unserer häufigsten Eichenart und der Traubeneiche (Quercus petraea) gibt. Da müsste doch der Geschmack ebenso unterschiedlich sein? Ja, ist er auch. Viele Früchte sind roh sehr bitter, andere dagegen erstaunlich mild.

Da bleibt nichts als Ausprobieren. Und hier mein Aufruf zum Experiment: Wie schmecken Eicheln? Was lässt sich daraus zubereiten – welche Vorbehandlung ist ratsam? Meine Ergebnisse kommen demnächst hier im Blog.

 

1 Kommentar
  • Maria W.
    Antworten

    Auf die Erfahrungsberichte bin ich schon sehr gespannt. Die Eicheln und Bucheckern fallen fast vor unsere Haustür.

    Herzliche Grüsse aus dem Spessart,
    Maria

    5. Oktober 2011 um 22:30

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