Wuchtbrummen

Keineswegs als Beleidigung gemeint, sondern vielmehr die Feststellung der Ehrfurcht gebietenden Erscheinung. Männer mochten sie, und ganz besonders in dekolletierten Dirndlblusen wusste frau zu wirken.“ Als Wuchtbrumme wird umgangssprachlich eine wegen ihrer Körpermaße oder wegen ihres Selbstbewusstseins beeindruckende Frau bezeichnet.“ – so liest man in Wikipedia. Heutzutage eher durch den Begriff „Vollweib“ ersetzt… Unter Tieren ist mit der Wuchtbrumme die Hummel gemeint. In Floras Reich, unter den Pflanzen ist damit wohl kaum eine andere Blume anzusprechen als die Pfingstrose (Paeonia).

Himmlische Blüte

Pünktlich zu Pfingsten blüht heuer die Rose, die gar keine Rose ist, der Königin der Blumen aber durchaus die Schau stehlen kann. Als dornenlose Rose ist sie eine Marienblume, die mit betörendem Duft, verschwenderischer Pracht Marias Güte und Mütterlichkeit symbolisiert. Ihre zahlreichen roten Blütenblätter stehen für die Feuerzungen zu Pfingsten, das biblische Bild für die Kraft des Heiligen Geistes. Im 16. Jahrhundert erhielt die Pfingstrose den Rang als Königsblume. Die Päonien nennt man auch Kirchenrosen, Altarblumen oder Herrgottsrosen, weil sie seit jeher zum Schmuck der Kirchen und bei Prozessionen dienen.

Irdische Blume

An den kugeligen Knospen der Pfingstrosen sieht man oft Ameisen krabbeln. Was die da suchen? Pfingstrosen scheiden an feinen Härchen entlang ihrer Knospen umhüllenden Kelchblätter süßen Saft aus. Auf den haben es die Krabbler abgesehen – sind nun mal keine Kostverächter. Anders als bei Rosen, Stauden, Obstbäumen, wo man beim Auftreten von Ameisen stets eine Läuseplage befürchten muss, bringen die Ameisen hier aber keine Läuse als Melkkühe auf die „Weide“. Also zurücklehnen und einfach nur genießen!

Nach der Blüte

Lässt man Pfingstrosenblüten nach dem Welken stehen (was man oft nicht tut, sondern verwelkte Blütenköpfe abschneidet, damit die Pflanze keine Kraft für die Fruchtbildung aufwenden muss), entwickeln sich Früchte – und was für welche! Die sind so bemerkenswert, dass das Volk sie mit zahlreichen Namen umschrieben hat, etwa Gickerrose oder Gockel und Henne. Die in den Balgfrüchten reifenden glänzend schwarzen Samen heißen Apolloniakörner, man hing sie früher zahnenden Kindern um den Hals (die heilige Apollonia ist die Schutzheilige bei Zahnleiden).

Einfach zauberhaft

Wen verzaubern sie nicht, die Pfingstrosen? Ob chinesische Strauchpfingstrosen, Bauernpfingstrosen oder wilde Arten, Pfingstrosen gehören zu den Gartenpflanzen, die einen ein Leben lang begleiten. Sie können durchaus 80 Jahre alt werden, wenn man sie einfach nur in Ruhe wachsen und gedeihen lässt. Ausgraben und umpflanzen mögen sie gar nicht. Wer es dennoch wagt, eine Pfingstrose umzusiedeln: ein Stück der Wurzel lässt sich als magische Springwurz nutzen, mit der alle Türen und Tore sich öffnen. Allerdings muss man die Wurzel dafür zu Mitternacht in einer mondlosen Nacht ausgraben.

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