Pfingstnelken

Sie blühen wie Pfingstrosen (Paeonia), Pfingstballen (Trollblume, Trollius europaeus), Pfingstglöckchen (Bach-Nelkenwurz, Geum rivale), Pfingstliese (Hundsrose, Rosa canina) oder Pfingstwedel (Wald-Geißbart, Aruncus sylvestris) zu eben dieser Zeit: die Pfingstnelken. Nie gibt es eine Blüte allein, immer scheinen viele wie eine luftige Wolke an knotigen Stielen über einem Blattpolster zu schweben. Und duften, das können sie auch! Wie man hört, bin ich in Nelken verliebt.

Draußen selten, im Garten häufig

Heide-Nelke

Gleich ein Wort vorweg: Alle europäischen Arten der Gattung Dianthus sind gemäß der Bundesartenschutzverordnung (Anlage 1) besonders geschützt. Sie verdienen unseren Respekt und dürfen keinesfalls gepflückt werden – denn in freier Natur werden sie immer seltener. Im Garten dagegen ist das anders, hier trifft man die raren Blumenjuwelen viel häufiger, ja bisweilen massenhaft an. Es sind dankbare Kleinstauden, die auch ohne viel Pflege reich blühen, sich oftmals durch Ableger üppig vermehren und auch sonst kaum Ansprüche stellen. Steinige, sandige, karge Flächen in voller Sonne sind ihnen am liebsten – wo sonst kaum eine andere Gartenblume ohne Zutun gedeiht. Und selbst im Balkonkasten oder im Blumentopf auf der Fensterbank sind die kleinen Nelken dankbare Begleiter.

Nägelein, Nägele, Nagerl

Ihre Blüten ähneln einem Nagel, die Kronblätter bestehen aus einem langen Stiel und einer sog. Platte. Die Knospen, vor allem diejenigen der Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) erinnern stark an die Blütenknospen des auf den Gewürzinseln heimischen Gewürznelkenbaums (Syzygium aromaticum) aus der Familie der Myrtengewächse. Viel einleuchtender ist aber die Ähnlichkeit der Düfte, denn viele Nelkenblüten verströmen tatsächlich ein würzig-pfeffriges, wenn auch blumig-lieblicheres Aroma, das an den Geruch der Gewürznelken erinnert.

Nelken über Nelken

Gartenform der Pfingstnelke

Jetzt Anfang Juni blühen schon die ersten Nelken, im Garten wie in freier Natur. Als Pfingst-Nelke im engeren Sinn ist die Grenobler Nelke (Dianthus gratanapolitanus, früher D. caesius) bekannt. Die Volksnamen Felsen- und Kiefernnägelchen weisen auf ihr Vorkommen auf Stein und Sand hin. Gartenformen sind oft Kreuzungen mit der plustrigen Feder-Nelke (Dianthus plumarius) mit gefransten Blütenblättern. Letztere wird wie auch die Heide-Nelke (Dianthus deltoides) ebenfalls Pfingstnelke genannt. Letztere zeigt immer eine sehr markante Punktierung auf den flach ausgebreiteten Platten der Kronblätter.

Noch ein Wort zum Ausklang: Nelkenblüten kann man essen – einfach die duftenden Blütenblätter auszupfen und als elegante Duftwürze zu Desserts verwenden.

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