Wildkräuter aus Überzeugung

Seit ich denken kann, spielen Wildpflanzen eine bedeutsame Rolle in meinem Leben. In die Küche, ins tägliche Essen sind sie zwar erst so richtig eingezogen, als ich einen eigenen Hausstand zu führen begann, aber das ist jetzt auch schon eine geraume Zeit her. Ich esse und genieße Wildkräuter und andere Zutaten aus der Natur gesammelt jedenfalls schon sehr lange. Und dieser Tage, in Corona-Zeiten noch viel lieber. Denn ich bin tief überzeugt, dass mir die Wildpflanzen das Beste liefern, um mich gesund und munter zu halten.

Früher war sicher nicht alles besser

Früher waren die Menschen weit mehr auf wilde Pflanzen zur Ernährung angewiesen. Sie nutzten eine Fülle verschiedener Arten, ein Vielfaches von dem, was der moderne Mensch heute gewöhnlich auf dem Teller hat – mehrere tausend Pflanzenarten gegenüber heute nur noch 150, bei einem Großteil der Weltbevölkerung sogar nur noch zwölf! Mit nur 30 Arten deckt die Menschheit 95 % des Kalorienbedarfs [Quelle: pflanzenforschung.de], das klingt ja fast armselig.
Waren die Leute einst gesünder als heute? Sicher nicht, denn sie hatten es mit vielen Seuchen zu tun, die hygienischen Zustände waren katastrophal, die Lebenserwartung gering. Aber sie waren zufriedener. Vielleicht weil sie sich mehr mit der Natur identifizierten, alle Geschenke der Natur dankbar entgegen nahmen? Das nehme ich mir zum Vorbild: mich täglich über die wunderbare Natur freuen und achtsam, bescheiden und vor allem zufrieden sein – mit all den Gewächsen, die unsere Altvorderen so eindrucksvoll zu nutzen wussten.

Natürliche Abwehr

Man kann nur staunen, wie der menschliche Körper auf Angriffe von außen reagiert, wie er z.B. Viren unschädlich macht – und leider dann doch ab und zu den Kampf gegen die Widrigkeiten des Lebens verliert. Die Virologen betonen, dass SARS-CoV-2 umso weniger gefährlich wird, je fitter der Einzelne ist und je aktiver sein Immunsystem gegen COVID 19 aufgestellt ist. Zu einer guten Gesundheit und Resilienz gehört für mich, dafür die natürlichen Ressourcen der Natur einzusetzen – Wildkräuter mit ihrer außergewöhnlichen Fülle an Inhaltsstoffen zu genießen und mich bei Sammeln, Zubereiten und Essen darüber zu ermuntern.

Vielfalt an Abwehrstoffen

Pflanzen sind unerreichte Meister der Chemie und höchst erfolgreiche Strategen, um sich gegen Angriffe zu wappnen und gegen Übles zu wehren. Sonst hätten sie ja nicht Jahrmillionen überlebt. Sie werden wohl auch den Menschen überleben, so wie sie schon die Dinosaurier kommen und gehen sahen. Im Vergleich zur pflanzlichen Abwehr ist die menschliche schlichtweg lausig, Pflanzen haben mehr als 500.000 Abwehrstoffe (von denen wir wissen, es werden wohl noch viel mehr sein) zur Verfügung, der Mensch rund 20.000. Meine feste Überzeugung: wenn ich möglichst viele Pflanzenarten mit all ihrer breiten Palette an Abwehrstoffen zu mir nehme, kann ich mir nur Gutes tun. Und je mehr ich streue und abwechsle, desto geringer ist das Risiko, dass mir einzelne Stoffe schaden könnten – ich gleich das ja mit vorteilhaften Stoffen aus bzw. mein Körper lernt, sich mit unvorteilhaften auseinanderzusetzen.

Intelligente Nutzung

Vernünftig sein, das wurde und wird von uns allen während der Corona-Krise gefordert. Mahnrufe gehen ebenso an die Intelligenz. Wir müssen uns mit vielen schwierigen Fragen auseinandersetzen, wir können auf viel mehr Erfahrungen und Errungenschaften zurückgreifen, wenn es um Entscheidungen für die Zukunft geht als die Menschen früher. Wenn Intelligenz Überleben bedeutet, dann sind Pflanzen sehr intelligent – oder nicht? Also raus ins Grüne (solange wir noch dürfen) und die Natur genießen, ein paar Wildkräuter pflücken und verinnerlichen. Vogelmiere, Knoblauchsrauke, Gänseblümchen, Löwenzahn, Brennnesseln…

Mehr zu Pflanzen als Lebensbasis? Dann Plantainment lesen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung: Plantainment

2 Gedanken zu „Wildkräuter aus Überzeugung“

  1. Hallo Karin Greiner,

    Dein Blog ist klasse!
    Was sagst Du zu pyrollizidinalkaloid, welches in borrettschblättern, huflattichblüten etc. drin ist?
    Hat mich sehr verunsichert, da ich gerne viele Sorten wildkräuter esse…
    Gibt es das auch in löwenzahn, ehrenpreis?

    Vieke Grüße
    Marianne Schönle

    Antworten
    • Zu Pyrrolizidinalkaloiden (PA) kurz und knapp zu antworten, ist nur schwer möglich. Dafür müsste ich weit ausholen – was ich aber in meinen Kursen und Lehrgängen wie Kräuterpädagoge, Volksheilkunde tue.
      Grundsätzlich: PAs sind eine große Gruppe von Inhaltsstoffen, die sich untereinander ähnlich sind, aber nicht gleichen. Es gibt gefährliche und weniger gefährliche, in den Pflanzen sind verschiedene Mischungen von PAs in unterschiedlichen Mengen vorhanden. Zu den bedenklichen Arten zählen vor allem Vertreter der Raublattgewächse und Korbblütler.
      Detaillierte Infos gibt es beim Bundesinstitut für Risikobewertung.
      Löwenzahn und Ehrenpreis enthalten keine PAs, jedenfalls mir nicht bekannt.

      Antworten

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