Grüne Tomaten

Gelten als giftig, wenigstens unverträglich. Und werden doch gegessen. Unvergessen, der Film „Grüne Tomaten“, wo grüne Tomaten im Whistle Stop Café gebraten werden. Und immer wieder die Frage, ob denn Konfitüre aus grünen Tomaten nun gesundheitsschädlich ist oder nicht.

Diese Tomaten sind einfach noch nicht reif

Kommt darauf an, aus welchen Tomaten der Aufstrich zubereitet wird, was für Tomaten man brät. Unreife Tomaten, die sich in der Vollreife gelb, orange, rot oder lila verfärben, enthalten Solanin, einen giftigen, bitter schmeckenden und hitzestabilen Stoff. In größeren Mengen verursacht Solanin Übelkeit, führt zu Magenbeschwerden und Nierenreizung, in hoher Dosis können Nerven geschädigt werden. In sehr hohen Mengen kann Solanin auch zum Tode führen, aber eben nur in seeeeeehr hohen. Eine kleine Portion leicht grünlicher Tomaten kurz vor dem Umschlagen der Schalenfarbe ist eher unbedenklich, jedenfalls für gesunde Erwachsene. Auch Konfitüre ist kein Problem, hier ist das Gift zwar nicht durchs Kochen zerstört, aber durch die Zuckerzugabe verdünnt. Und ein paar wenige gebratene grüne Tomatenscheiben… so ein bisserl Gift macht’s interessant!?!

‚Green Zebra‘ – reif, wenn zwischen den grünen auch gelbe Streifen sichtbar sind

Bedenkenlos dagegen sind echt grüne Tomaten, also spezielle Sorten, deren Schale auch in der Reife grün bleibt. Berühmt etwa die ‚Green Zebra‘. Aber richtig grün bleiben deren Früchte auch nicht, wirklich reif sind sie erst, wenn sich etwas Gelb in die Zebrastreifung mischt. Auch alle anderen grünen Tomatensorten zeigen Farbe, wenn sie richtig reif geworden und dann frei von Solanin sind.

Rotes Reifeflüstern

Was tun, damit Tomaten schön rot (reif) werden? Fallen die Temperaturen nachts nämlich unter 10 °C, stellen die Pflanzen ihren Dienst ein, werden die Früchte nicht mehr rot. Jedenfalls nicht ohne Nachhilfe: Unreife Tomaten ins Warme holen – dann erröten sie von selber. Sonnenlicht ist nicht nötig. Beschleunigen kann man dies, indem man ein paar rote Tomaten dazulegt – oder auch einen reifen Apfel. Die roten Tomaten „flüstern“ den unreifen grünen dann nämlich zu: „Hopp, reifen!“ Hören Sie mal zu!

Paniert und gebraten, für diese grünen Tomatenscheiben lassen viele das Schnitzel liegen…

Sie können nichts hören? Naja, man müsste „tomatisch“ verstehen. Die Verständigung läuft über Duftstoffe, hier hauptsächlich Ethylen. Dieses Gas, verströmt von der reifen Tomate oder dem Apfel, setzt den Reifeprozess der grünen Früchte in Gang. Damit wird auch das giftige Solanin abgebaut. Und wozu hat die Pflanze das Solanin? Na, ganz einfach, als Fraßschutz. Sie möchte bitte nicht gegessen werden. Ausgenommen die reifen Früchte mit den darin enthaltenen Samen, die sollen ja verzehrt werden. So können die Samen nach Passage durch den Körper an anderen Stellen ihr Glück versuchen.

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