Birkenzauber

Birkenzauber

Obwohl der Winter draußen die Natur noch fest im Griff hat, spürt man den Frühling kommen. Die Tage werden länger, die Sonne steigt höher, die Vögel beginnen zu singen, die Knospen fangen an zu schwellen. Da fällt einem die schlanke, hoch aufgeschossene Birke ins Auge, mit ihrem weißen Stamm und ihren langen, schwingenden Zweigen. Streckt sie uns die nicht zum Gruß entgegen?  Damit die Natur bei Ihnen Wurzeln schlägt – eine Serie von Henriette Dornberger und mir in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt.
Schon bald, wenn die Tage warm werden, vernimmt man im Birkenstamm ein verheißungsvolles Rauschen. Durch die papierartige Rinde ist der aufsteigende Saft zu hören (man lege sein Ohr dicht an den glatten Stamm). Die im Wurzelwerk gespeicherten Vorräte werden nach oben zu den Knospen geschickt, in Form von zuckerhaltigem Saft. Der lässt sich abzapfen, gilt als vitalisierender Trunk für eine Frühjahrskur. Bevor es soweit ist, lässt sich die Birke schneiden – störende Äste entfernen, überschüssige Reiser einkürzen. Das nimmt die Birke nicht übel, sie strotzt nur so vor Lebensfreude und hat die Lücken bald wieder mit frischen Zweigen geschlossen.

Die charakteristische Rinde von größeren Ästen oder Stämmen lässt sich vorsichtig in großen Platten abschälen und für viele Naturarbeiten nutzen. Wussten Sie, dass die strahlend weißen Rindenstreifen auch im frischen, feuchten Zustand lichterloh brennen und deshalb als Anzündmaterial – zumindest früher – hoch geschätzt waren? Die biegsamen Äste und das feingliedrige Reisig eignen sich hervorragend zum Verarbeiten, sie schmiegen sich wunderbar den Händen an und fügen sich in Form. Wussten Sie, dass man früher mit einem Bündel Birkenreisig das Ungeziefer aus dem Haus kehrte, indem man beim Kirchglockenläuten damit an alle Türen schlug?

Als mädchenhafter Lichtbaum hat es Birke verdient, dass man sich ihr mal etwas ausdauernder widmet. Das Ergebnis, eine Kugel aus Birkenstücken, hält dafür lange und lässt sich immer neu gestalten. Wobei – im ausklingenden Winter, zum zaghaft beginnenden Frühling passt sie am besten, ergänzt durch frische Tulpen.
Zunächst wird das Grundgerüst gearbeitet: Bündeln Sie ein paar lange, biegsame Zweige zu einem Strang, binden Sie diese zu einem Kreis von etwa 30 cm Durchmesser zusammen. Auf dieselbe Weise noch zwei weitere Reifen fertigen. Stecken Sie zwei Reifen über Kreuz, den dritten über die „Gürtellinie“ dieser beiden, so dass eine Kugel entsteht. Das Innere der Kugel können Sie nach Belieben locker mit dünnem Birkenreisig füllen.
Jetzt geht es an die Kette aus Aststücken. Dafür schneiden Sie etwa 5 cm lange Stücke aus mindestens bleistiftdicken Zweigen zurecht. Diese werden mit Hilfe von Draht in Abständen aneinander gekettet, etwa vier Meter lang. Die Astkette wickeln sie nun kreuz und quer um das Grundgerüst. Drahtenden gut fixieren.
Die Glasröhrchen in die Birkenkugel stecken, mit Wasser füllen und die Tulpen einstecken. Tulpen vorher von überschüssigen Blättern befreien und Stiele mit einem scharfen Messer anschneiden. Die Stängel der Tulpen in elegantem Schwung über die Kugel schwingen lassen. Alles strahlt übrigens in den Modefarben dieses Frühlings: Mandarine, Brombeer und Angora.

Benötigte Materialien und Werkzeuge:
Birkenäste, Birkenreisig
kräftiger Bindedraht
Astschere
5 Glasröhrchen (Reagenzgläser)
Tulpen (oder andere Frühlingsblüher)

 

Die Birke bittet zu Tisch

Birkenherzliche Tischkarte: Ein kleines Bündel Birkenreisig auf der Hälfte mit Draht abbinden. Die oberen Zweige in zwei Stränge teilen, jeweils in weichem Schwung zurückführen. An der Bindestelle fixieren, fertig ist das Herz. Einen Rosmarinzweig mit einem Stück Schleifenband und Wollkordel daran knüpfen.

Birkeneinladende Bestecktasche: Zwei quadratische Birkenrindenstücke mit Draht und Wollkordel zu einer Tasche zusammenfügen. Serviette in die Tasche stecken, Besteck außen hinein, dazu Birkenäste und eine Tulpe.

Birkenglänzende Tischvase: Hier wie für die Bestecktasche Birkenrinde mit Draht zu einer Tasche fassen, um eine schlichte Glasvase oder ein, zwei Flaschen stecken. Birkenreisig und Birkenästchen hinzufügen. Tulpen in die Vase oder Flaschen stellen.

3 Kommentare
  • Das mit der Kugel ist ja mal eine gute Idee. Mist ich hab gerade am letzten Wochenende allen Astschnitt entsorgt…

    Also für nächstes Jahr.

    Danke für die Idee

    Grüsse Pascale

    24. Februar 2012 um 17:09
  • Hallo Pascale
    keine Bange halten Sie die Augen auf,
    es gibt genug Birkenschnitt am Straßenrand.
    Viel Glück von
    Henriette Dornberger

    24. Februar 2012 um 21:26
  • Maria Herrler
    Antworten

    Sehr originelle und außergewöhnliche Tischdeko.
    Bezaubernd!

    Kann ich gut für meine Dekoration zum Thema fränkische Küche gebrauchen.

    Herzlichen Dank für die tollen Ideen.

    13. März 2012 um 20:19

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