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Bibernellen-Liebeszauber

Wer sie kennt, die Bibernellen (Pimpinella), und weiß, wo sie wachsen, kann sie später im Herbst ernten. Manche Wiesen stehen jetzt voll damit. Weiße, bisweilen auch rosa Dolden schmücken die grüne Flur.

Achtet auf die Blätter, damit Ihr sie später genau identifizieren könnt. Denn nur von Pflanzen, die noch nicht geblüht haben, lohnt es sich, die Wurzeln auszustechen. Aber bitte nur auf eigenem Grund und Boden – sonst vorher den Eigentümer um Erlaubnis fragen!

Ein Duft, der nicht an Rosen erinnert

Ätherische Öle sind es vor allem, welche Bibernellen ihre Heilkraft verleihen, ihnen aber auch zu kräftigen Düften verhelfen – ähnlich wie beim nahe verwandten Anis (Pimpinella anisum). Vor allem die außen braunen, innen gelblichen Wurzeln der Kleinen Bibernelle verströmen einen eigenwilligen Geruch. Nach Bock, meinen viele, sehr intensiv und streng – an Koriander erinnernd, den man wegen seines Aromas auch schon mal Wanzenkraut nennt.

links: Kleine Bibernelle – rechts: Große Bibernelle

Bockwurz, Bockspetersilie heißt man die Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga) deswegen. Sie wächst nur auf mageren Wiesen, blüht stets weiß. Der Bock gilt im Volksglauben nicht nur als Tier des Teufels, schon viel länger sah man in ihm ein Symbol der Lüsternheit und sexuellen Kraft. Daher rührt wohl der Brauch, dass ein junger Mann seiner Auserwählten heimlich eine Bibernellwurzel in die Tasche stecken musste, wollte er sie mehr als nur bezaubern.

Rosa Blüten? Dann kann es nur die Große Bibernelle sein.

Die weißfleischige Wurzel der Großen Bibernelle (Pimpinella major) riecht eher angenehm dagegen, mehr nach Sellerie. Getrocknet und pulverisiert übers Essen gestreut, sollte sie den Liebsten treu halten und an seine „Pflichten“ erinnern. Anders als die Kleine findet man die Große Bibernelle auf Fettwiesen, ihre Blüten können weiß oder rosa gefärbt sein.

„Gurkenkräuter“

Grün nach Gemüse riechen die Blätter beider Arten, etwas nach Gurken oder noch mehr nach Gurkenschale. Genauso schmecken sie auch. Das eint sie mit dem Kleinen Wiesenknopf (Sanguisorba minor), der als „Garten-Pimpinelle“ gar nicht selten im Kräutergarten wächst. Man kann die jungen Bibernellenblätter sehr gut als Wildgemüse in der Küche nutzen, z.B. in Omelette geben oder zu Spinat mischen. Die duftigen Blüten riechen herbsüß, mit ihnen lassen sich Sirups und Limonaden verfeinern. Die kleinen Früchte kann man zum Würzen von Brot oder zur Zubereitung von Kräutersalz nutzen.

Heilkundliche Rezepte

Bibernellen-Tee: 1 Teelöffel fein zerkleinerte Wurzel mit 250 ml kaltem Wasser ansetzen, langsam zum Kochen bringen, eine Minute sieden lassen, dann abseihen.
Der Tee kann auch zu gleichen Teilen mit Kamillenblüten gemischt werden.
Bei Husten, Bronchitis oder Erkältungen mehrmals täglich eine Tasse trinken, nach Wunsch mit etwas Honig gesüßt. Ungesüßt kann man mit dem Tee gurgeln, um Hals-Rachen-Entzündungen zu lindern.

Bibernellen-Wein: 3-4 Esslöffel getrocknete, fein geschnittene Bibernellwurzel in 0,7 l Weißwein langsam erhitzen, jedoch nicht zum Sieden bringen. 10 Minuten auf dem Herd, dann langsam erkalten lassen. Absieben und in dunkler Flasche aufbewahren. Bei Heiserkeit, beginnender Erkältung oder Magenverstimmung über mehrere Tage je ein Gläschen davon einnehmen.

Bibernellen-Honig: 1 Teelöffel fein gemahlene Bibernellwurzel mit 3 Esslöffeln Bienenhonig mischen. Gegen Bronchialkatarrh und zur Schleimlösung 3-4mal täglich einen Teelöffel einnehmen, pur oder in Tee, aber auch als Brotaufstrich.

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