Von einem, der ausstieg…

Von einem, der ausstieg…

AusstiegKennt Ihr das Märchen der Gebrüder Grimm „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“? Es handelt von einem jungen Mann, der vor nichts Angst hat. Er geht auf Reisen, um das Gruseln zu lernen. Doch selbst an den gespenstischsten Plätzen, in den schauerlichsten Nächten kann er sich nicht fürchten. Mutig schlägt er sich durchs Leben und zieht schließlich das große Los der Märchenwelt, er heiratet die Königstochter. Daran fühlte ich mich ein wenig erinnert, als beim NaturCoach-Lehrgang in Bad Tölz Jörg Lattek seine Seminararbeit vorstellte. Mit großem Vergnügen – denn es ist eine sehr vergnügliche Geschichte mit Happy End – darf ich sie hier im Pflanzenlust-Blog vorstellen. Und schon geht’s los, mit dem „Lustspiel in drei Aufzügen“:

Ein Ausschnitt aus dem Innenleben eines Menschen…
von Jörg Lattek

Die Protagonisten:
Der Verstand: lässt sich gerne auch mit „Bewusstsein“ oder „rationale Schaltzentrale“ betiteln
Die Seele: als Gegenspieler das „Unterbewusstsein“ oder „Bauchgefühl“ genannt
Verstand: Dumdidumdidum… ach ja, geht’s uns doch gut.
Seele: Hm, bist du dir sicher?
Verstand: Ja klar! Läuft doch alles super, der Kerl den wir steuern hat tolle Kinder, eine tolle Partnerin, ’nen guten Job, ein schönes Zuhause, klasse Freunde und…
Seele: Schon gut, schon gut, hast ja recht mit alldem. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass da was fehlt.
Verstand: So? Und was soll das sein? Was braucht der Typ denn noch?
Seele: Weiß nicht so genau, ist halt so ein Gefühl.
Verstand: Gefühl, Gefühl… bla bla bla! Denk mal logisch!
Seele: Kann ich nicht!
Verstand: Stimmt! Dafür bin ich ja an Bord. Also Schluss jetzt mit dem Geplapper, ich hab noch ’ne Menge zu tun.
Seele: Ach ja, immer rackern, immer voran.
Verstand: Genau, von nix kommt nix. Geht ihr mal ’ne Runde shoppen, ist gut für die Seele… hahaha.
Seele: Blödmann!
Die Tage, Wochen, Monate zogen dahin und die Wohngemeinschaft des Menschen rackerte weiter vor sich hin. Eines Tages jedoch:
Seele: He, du da oben!
Verstand: Was gibt’s? Ich hab zu tun…
Seele: Mir geht’s nicht gut, ich brauch ’ne Pause.
Verstand: Gleich ist Feierabend, dann kannste dich ausruhen.
Seele: Nee, reicht nicht. Ich muss mal raus.

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