Stinking Roger

Da wächst was im Wald, was du gerne übersiehst – nicht weil du es nicht wahrhaben willst, sondern weil es nicht auffällt. Die Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa) ist eigentlich eine stattliche Pflanze mit kräftigem, vierkantigem Stängel, gegenständig angeordneten, langgestreckt herzförmigen Blättern mit doppelt gesägtem Rand, aber nur winzigen braunroten Blüten. Und die gehen im Wald fast unter. Statt ins Auge drängt sich die Braunwurz aber energisch in die Nase, unangenehm, muffig und moderig. Deshalb trägt sie auch Namen wie Stinkkraut oder Stinking Roger bzw. Stinking Christopher.

Alte Heilpflanze

Braunwurz bezieht sich auf die Färbung des Wurzelstocks wie der Blüten, mag aber auch etwas damit zu tun haben, dass die Pflanze früher gegen die Halsbräune verwendet wurde. Skrofeln oder lateinisch scrophula = Halsgeschwür, die dem wissenschaftlicher Gattungsnamen Scrophularia zugrunde liegen, sprechen dafür. Halskrankheiten, Wunden, Hautleiden und Lymphdrüsenschwellungen waren die hauptsächlichen Einsatzbereiche der Braunwurz. Skrofelkraut, Kropfwurz, FeigwurzKrätzkraut, Heidnisch Wundkraut, Allerweltsheilkraut – solche historischen Volksnamen erzählen davon. Heutzutage greift man nur noch selten zur Braunwurz, etwa bei geschwollenen Lymphknoten oder allgemeiner Neigung zu Infekten. Wissenschaftlich nachgewiesen ist die Wirksamkeit allerdings nicht.

Typisch für eine Familie

Die Knotige Braunwurz ist wie weitere Angehörige der Gattung Scrophularia charakteristisch für die Familie der Braunwurzgewächse, auch Rachenblütler. Sie zeigt viele Merkmale der Lippenblütler (vierkantiger Spross, kreuzgegenständige Blattstellung, markanter Geruch), hat sogar ähnlich geformte, jedoch viel mehr an einen Helm erinnernde Blüten – richtigen Rachen. Sie bildet aber keine Klausenfrüchte, sondern kegelförmige Kapseln.

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