Garten: Fensterbankeln

Garten: Fensterbankeln

Usambaraveilchen 1Ob sich dieser Winter wohl noch mal entscheiden kann? Die Pflanzen jedenfalls nehmen es gelassen, sie sprießen frühlingsmutig und verharren winterfreudig – ganz wie es kommt. Und der Gärtner? Ist zum Fensterbankeln verdonnert. Meine wöchentlichen Gartentipps – auch auf br.de.

Pflanze der Woche:
Usambaraveilchen
Ein Veilchen, das veilchenblau blüht und doch kein Veilchen ist: Die beliebte Zimmerpflanze stammt aus den Usambara-Bergen in Tansania und ist mit Gloxinien, Kussmäulchen, Schamblumen, Schiefteller und Drehfrucht verwandt – ebenfalls nicht selten auf der Fensterbank gehegte Gewächse. Mehr als 2000 Sorten kennt man vom Usambaraveilchen (Saintpaulia ionantha), die sich in Farbe und Form der Blüten unterscheiden.

Bauernregel:
Wenn‘s an Lichtmess (2.2.) stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit.
Ist es aber klar und hell,
kommt der Lenz wohl nicht so schnell.

Lila Laune
Usambaraveilchen mögen es warm (20-25 °C) und nicht allzu hell, pralle Sonne vertragen sie nicht. Dennoch darf man sie höchstens mal einige wenige Tage zur Zierde auf den Tisch mitten im Zimmer stellen, auf Dauer ist dort dann doch zu dunkel. Ein Ost- oder Westfenster ist ideal. Zum Gießen darf man nur angewärmtes Wasser verwenden. Die samtigen Blätter sollte man ebenso wenig benetzen wie ins Herz der Pflanze gießen, das quittieren Usambaraveilchen sofort mit Fäulnis. Auch ganz wichtig: wer sich jetzt eine der liebenswerten Pflanzen nach Hause holen möchte, sollte sie zum Transport sorgsam einpacken – selbst bei mildem Winterwetter. Temperaturen unter 10 °C bekommen den Pflanzen gar nicht.

BougainvilleePinkfarbene Träume
Bougainvilleen sind bei uns nicht winterhart. Die Sträucher oder kleinen Bäumchen werden gewöhnlich an einem hellen und kühlen Ort überwintert. 10-15 °C sind optimal, sehr viel Licht sollte es geben – solche Plätze sind nicht leicht zu finden. Oft verlieren die tropischen Schönheiten selbst in idealen Winterquartieren ihre Blätter – das ist normal angesichts der kurzen Tage hierzulande. Aber selbst wenn Bougainvilleen völlig kahl werden, erholen sie sich im Frühjahr rasch. Sofern man sie während des Winters sehr vorsichtig gießt, eher zu trocken als zu feucht hält und Spinnmilben- wie Läusebefall verhindert. Im zeitigen Frühjahr dann kräftig zurückschneiden, sonst gibt es keine Blüten.

KresseGrüner Wohlgeschmack
Kresse lässt sich ganz einfach ziehen, selbst ganz ungeduldigen Gärtnern grünt hier schnell Erfolg. Dazu muss man nicht einmal großartiges Equipment bereit haben. Ein Suppenteller mit Küchenpapier genügt schon. Mehrere Lagen des saugfähigen Papiers übereinander in den Teller legen und gut durchfeuchten. Hat sich das Papier vollgesogen, die Kressesamen darauf ausstreuen. Mit Papier oder Holzbrettchen abdecken, warm aufstellen und immer leicht feucht halten. Nach 2-3 Tagen treiben die Kressesamen, es werden kleine Wurzeln sichtbar. Jetzt offen ans Licht stellen, bald erscheinen die grünen Blättchen. Schon darf geerntet werden. Kresse lässt sich selbstverständlich auch in speziellen Anzuchtschalen auf Gittern oder ganz klassisch aus Anzuchterde ziehen.

Gartenzitat
„Die Beschäftigung mit Erde und Pflanzen kann der Seele eine ähnliche Entlastung und Ruhe geben wie die Meditation.“
Hermann Hesse (1877-1962), deutsch-schweizerischer Dichter und Nobelpreisträger für Literatur, war zeitlebens auch begeisterter Gärtner. In Gaienhofen am Bodensee legte er einen Garten mit Gemüse, Obst und Blumen an. Er ließ sich dabei von der damaligen Zeitströmung der Lebensreform leiten, bei der das Streben nach dem Naturzustand eine wichtige Rolle einnahm. Neben der Selbstversorgung aus dem Garten kam es Hesse auf Wiederverwertung an, alle Abfälle landeten auf dem Kompost und wurden in den Kreislauf zurückgeführt. Eine Leidenschaft verfolgte Hesse mit kleinen Gartenfeuern. Er verbrannte Laub und Zweige, um mineralhaltige Asche zu erhalten, die er dann der Pflanzerde untermischte.

1 Kommentar
  • Liebe Karin,
    ich hoffe sehr, dass es bald ausgeschneit hat und der Frühling bald bald kommt.

    Die Sehnsucht nach Grün wächst von Tag zu Tag mehr!

    Herzlichen Gruß aus Schneelandien
    Alexia

    31. Januar 2014 um 10:45

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