Garten: Es geht heiß her

Garten: Es geht heiß her

SchleierkrautFrisch entdeckt:
Schleierkraut
Duftige Wolken legt das Hohe Schleierkraut oder Rispige Gipskraut (Gypsophila paniculata) zwischen Blumen im Beet und sorgt so für Leichtigkeit und Transparenz. Besonders schön wirkt Schleierkraut auch als Partner für Rosen und Ziergräser. Mit einer kräftigen Pfahlwurzel holt sich die anspruchslose Staude ihr Wasser auch aus größerer Tiefe, deshalb kommt sie auf trockenen, sandigen Böden sehr gut zurecht. Kalkhaltig und sehr gut durchlässig muss der Untergrund jedoch sein, damit sich das Schleierkraut viele Jahre hält. Winterliche Nässe lässt die Wurzeln schnell faulen.

Wetterregel:
Immer eitel Sonnenschein
kann auch im August nicht sein.

OleanderHitzewelle
Wasser, Wasser, Wasser – die Pflanzen lechzen nach dem lebensnotwendigen Nass. Man kommt kaum noch nach, um alle Gartengewächse ausreichend zu versorgen. Wenn gießen, dann aber richtig: Früh am Morgen immer nur den Boden reichlich wässern. Damit das Nass tief bis zu den Wurzeln eindringt und nicht gleich wieder nutzlos verdunstet. Wer anschließend den Boden lockert, zerstört die feinen Kanäle im Erdreich und verhindert Wasserverluste. Mulchen, z.B. mit großen Rhabarberblättern oder Heu, hält ebenso die Feuchtigkeit länger im Boden. Balkon-, Topf- und Kübelpflanzen am besten zweimal pro Tag gießen – bei so durstigen Arten wie Oleander unerlässlich.

Unkrautstecher packt Wurzelunkraut am Schopf und mit der WurzelWurzelunkräuter
Winden, Disteln, Schachtelhalm, Giersch, Nesseln, Quecken – diese Pflanzen sieht man im Garten nicht besonders gerne. Alle haben die unangenehme Eigenschaft, sich über Wurzeln flugs auszubreiten. Dank enormer Regenerationskraft können aus kleinsten Wurzelstücken neue Pflanzen wachsen, so dass Hacken hier zur Bekämpfung nicht angesagt ist. Stechen, ziehen und zupfen, unablässig – das ist die einzige Methode von Erfolg, wenn auch mühselig. Die Reste sollten am besten in die Biotonne oder zur kommunalen Grüngutentsorgung. Auf dem eigenen Kompost besteht die Gefahr, dass die Wurzeln nicht komplett zersetzt werden. Wichtig ist vor allem, dass man frische Beetflächen zuerst von solchen Wurzelunkräutern befreit, bevor man an weitere Bodenbearbeitung geht. Bei Hecken und zwischen großen Stauden kann Unkrautvlies helfen, unter dem die Wurzelunkräuter aus Lichtmangel vergehen.

FranzosenkrautSamenunkräuter
Ein Löwenzahn entwickelt rund 3000 Fallschirmchen mit Samen. Doch das Franzosenkraut bildet pro Saison 300.000 Samen. Unglaubliche Vermehrungsfreude zeichnet Pflanzen aus, die als Samenunkräuter im Garten jede freie Stelle besiedeln. Gewöhnlich sind es Gewächse mit kurzer Lebensdauer. Doch Franzosenkraut wie auch Kanadisches Berufkraut, Gänsefuß, Rainkohl, Nelkenwurz, Klettenlabkraut, Gänsedistel, Vogelmiere oder Hühnerhirse können sich dank ihrer ungezählten Samen, die viele Jahre lang keimfähig bleiben, explosionsartig ausbreiten. Sofern man ihnen die Chance dafür gibt. Samenunkräuter dürfen gar nicht erst zur Reife kommen. Beständiges Jäten ist wichtig, die Kräuter müssen schon vor der Blüte entfernt werden, Dann dürfen sie ohne Weiteres auf den Kompost. Bereits voll erblühte oder gar Samen tragende Exemplare allerdings müssen auf anderem Weg entsorgt werden, weil man sonst über den Kompost ihre Saat überall hin verbreitet.

Rasen vertrocknetRasenunkräuter
In Rasenflächen machen sich gerne viele unerwünschte Kräuter breit: Weißklee, Braunelle, Gänseblümchen, Ehrenpreis, Günsel, Hühnerhirse, Wegerich. Nicht zu vergessen die Moose, das häufigste trägt den schönen Namen Sparriger Runzelpeter. Letzterer hatte diesen Sommer schlechte Karten, angesichts von Hitze und Trockenheit sind aber leider auch die Rasengräser extrem gestresst worden. Jetzt bloß nichts überstürzen. Erst müssen die Gräser wieder zu Kräften kommen, und das tun sie nur bei ausreichend Wasser. Bevor der Rasen nicht wieder schön grün daliegt, keinesfalls düngen. Braune oder kahle Stellen mit mehr als handspannengroßem Durchmesser mit Rasennachsaat einsäen.

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Glück aus dem Garten
Zwiebelblüher für den Herbst
Herbstzeitlosen und Herbstkrokusse sind bezaubernde Hingucker zum Saisonausklang. Setzen Sie die zwiebelförmigen Knollen an sonnige, höchstens halbschattige Stellen in gut gelockerte, nicht zu nährstoffreiche Erde. Am schönsten wirken die kleinen Blütenschätze im Steingarten oder vor Hecken.
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