Unser Christbaum

Dieses Jahr kann es zu Weihnachten gar nicht großspurig genug sein. Unser Christbaum ist heuer riesig. Wir haben uns eine Tanne (Abies alba) ausgesucht, die sprengt jegliche Dimension. Größenwahn? Großartig!

Großspurig? Nein, großartig!

Und weil die Tanne nicht ins Wohnzimmer passt, haben wir sie im Wald stehen gelassen. Dort ist sie ja ohnehin besser platziert. In der Stube gibt es nur ein Foto. Aber das reicht völlig – schon seit vielen Jahren kaufen wir keinen Christbaum mehr, um ihm sein Leben zu schenken (frei nach Christian Morgenstern: „Ich habe heute ein paar Blumen für dich nicht gepflückt, um dir ihr – Leben mitzubringen.“).

Millionenseller

Jedem sei sein Baum zu Weihnachten gegönnt, ob Fichte aus dem Forst, Nordmanntanne aus hiesigem Anbau, Blaufichte im Topf oder sonst einer. Knapp 30 Millionen Weihnachtsbäume werden 2019 verkauft. Sie strengen sich dafür rund 10 Jahre an, hübsch pyramidal und nahezu perfekt zu wachsen, um dann umgesägt zu werden und für ein paar Tage die Zimmer zu schmücken. Und dann? Gehen 30 Millionen Bäume elend zugrunde, werden verfeuert…

Nachgepflanzt – vorgesorgt

30.000.000 – in Worten dreißig Millionen! Übrigens hatte Ministerpräsident Markus Söder dieses Jahr erklärt, dass Bayern innerhalb von fünf Jahren 30 Millionen Bäume pflanzen wolle. Das klang nach einem ungeheuer großen Zusatzwald – aber die Staatsforsten Bayerns pflanzen sowieso jedes Jahr um die 5 Millionen Bäume, als Ersatz für gefällte, von Käfern zerfressen, vom Sturm gebrochene… Nicht zu vergessen, dass ja auch die 30 Millionen Christbäume wieder nachgepflanzt werden müssen. Für Weihnachten 2029.

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