Schwierige Entscheidung

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) beginnt zu blühen – spät dieses Jahr, aber zuverlässig. Damit stehen die Zeichen endlich auf Sommer, denn die Holunderblüte markiert phänologisch den Beginn des Frühsommers. Mein Holler im Garten zeigt Blütenknospen in einer ungeheuren Fülle – reiche Ernte! Für Hollersirup, Holleressig, Hollerkücherl, Holler-Gelee, Holler-Hollandaise, Hugo…

Aber halt mal! Wenn ich die Blüten ernte, dann gibt es keine Beeren. Sobald sie reif werden, zeigen sie mir den Frühherbst an, aber aus ihnen ließe sich ja auch Holunderbeersuppe, Holunderbeerwein, Holunderbeeressig, Holunderbeersaft, Holunderbeermarmelade, Holunderbeerchutney machen. Ich sollte also was übrig lassen von den Blüten. Mindestens die Hälfte…

Stopp! Sei nicht so egoistisch, lass doch auch was für andere übrig. Wovon sollten sonst Käfer, Bienen, Fliegen und andere Insekten naschen? Und was könnten die Vögel schnabulieren? Außerdem gehe ich so gerne am Holunderstrauch vorbei und sauge den wundervollen Duft der Blüten ein – aber dazu müssen welche da sein. Daher gilt: Bescheidenheit ist eine Zier – und weiter kommt man NUR MIT ihr.

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