Malven – höchst kurios

Die Malve nennt man auch Schwell-, Schwoll- oder Schwulstkraut, weil sie ursprünglich zur Behandlung von Schwellungen und Geschwülsten genutzt wurde. Malvenfrüchte (die Käselaibe, Butterweckerl, Hasenloaberl, Ameisenplätzli, Katzenküchle, bread and cheese) gelten als Aphrodisiakum. Angeblich! Wenn Malvensamen (oder Früchte?) über männliche Genitalien gestreut werden, soll das die Schwell- und Stehkraft beim Mann enorm steigern.

In einigen Büchern wie im Internet findet sich verbreitet diese Geschichte, nach der der Arzt Xenokrates aus Aphrodisien (sic!) dies dem römischen Kaiser Tiberius empfohlen habe. Dumm nur, dass Tiberius von 42 v.Chr. bis 37 n.Chr. gelebt hat, Xenokrates jedoch um die Mitte des 1. Jahrhunderts n.Chr. – die beiden werden sich wohl kaum begegnet sein? Und es ist doch auch nicht anzunehmen, dass Xenokrates ein Wunderknabe war und schon im Kindesalter dem römischen Kaiser als Arzt gedient hat? Besagter Xenokrates wird von Galen herabgewürdigt, dass er in seinen medizinisch-pharmazeutischen Schriften allerlei ekelerregende Dinge zur Verwendung angibt, darunter menschliche Organe und Ausscheidungen.

Schön wär’s, oder? Naja, aber schaden kann es ja wohl kaum, wenn man im Schlafzimmer mit Malvensamen um sich wirft…

Hat’s im Bett mit den Freuden geklappt, kann frau die Malve für einen Schwangerschaftstest heranziehen. Darauf urinieren und beobachten. Verdorrt die Malve, ist nichts weiter passiert als ein erotisches Abenteuer. Grünt und gedeiht die Malve, wird auch die Leibesfrucht wachsen. Wer’s glaubt…

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