Viel Eicheln im September, viel Schnee im Dezember! Viele Buchnüsse und Eicheln, dann wird der Winter auch nicht schmeicheln. Weissagen alte Bauernregeln. Aber es ist ganz einfach Aberglauben, denn woher wollten Eichen wissen, wie der kommende Winter wird? Keine Eiche verhält sich aus purer Nächstenliebe sozial gegenüber ihren Fraßfeinden und sorgt gleichsam für die armen Tierchen vor, damit sie einen harten Winter überstehen. Ebenso wenig kümmert es Eichen, was uns Menschen bevorsteht, Energiekrise hin und gestörte Lieferketten her.

Die schiere Menge an Früchten soll dafür sorgen, dass nicht alle Eicheln in den Mägen hungriger Liebhaber verschwinden. Damit wäre den Eichbäumen überhaupt nicht gedient, also sollen wenigstens ein paar übrigbleiben. Je nach Baum, dessen Alter und Standort können in guten Jahren mehrere zehntausend Eicheln anfallen, in weniger guten nur ein paar Hundert und in schlechten schon mal gar keine. Heuer ist ein gutes Jahr, also darf ich, ohne dass mich ein schlechtes Gewissen plagt, noch ein paar Eicheln auflesen.
Eicheln: Wiegen schwer


Inzwischen haben sich meine Behältnisse gut gefüllt, viele Eicheln in den Taschen ziehen auch meine Jacke schwer nach unten. Bei den gleichmäßig braun gefärbten Traubeneichen (Quercus petraea) bleiben die Früchte kleiner, schlanker und leichter, bei den Stieleichen (Quercus robur) dagegen können die anfangs hübsch längs gestreiften Eicheln ein Gewicht von bis zu 15 g auf die Waage bringen – das sind echt dicke Dinger. Selbst innerhalb der Arten bringt jeder Baum bringt seine ganz eigenen Früchte hervor.
Natürlich habe ich genau beobachtet und meine Wahl umsichtig getroffen, unter welchen Bäumen ich mich bücke. Ich richte mich und meinen Blick nach oben: Dankeschön, ihr Eichen, für all den Früchtesegen! Den schleppe ich jetzt heim. Auf dem Rückweg überlege ich, was alles aus den Eicheln werden soll. Nicht von ungefähr nennt man Eichen auch Brotbäume (aber eben mit einem anderen Hintergrund als Fichten). Eicheln sind gehaltvolle Nahrung. In 100 g frischen Eicheln stecken 40 g leicht verdauliche Kohlenhydrate, 6 g wertvolles Eiweiß und 24 g Fett zum größten Teil aus ungesättigten Fettsäuren (Quelle: Bundeszentrum für Ernährung BZfE). Hinzu kommen viele B-Vitamine. Der Kaloriengehalt von Eicheln liegt mit 387 kcal pro 100 g viel niedriger als bei Walnüssen (654 kcal) oder Haselnüssen (628 kcal). Eicheln, manchmal auch als Eckern bezeichnet, sind also ideal zur Ernährung geeignet, solange man es wegen des doch erheblichen Fettanteils nicht übertreibt. Wenn…