Basilikum – das Königskraut

Sofort denkt man an Tomaten und Mozzarella mit würzigem Grün, an Spaghetti mit Pesto – Basilikum gilt als das Küchenkraut Italiens. Kaum einer weiß, dass Basilikum ursprünglich aus Indien stammt, wo es ein heiliges Kraut ist, vom Himmel gegeben und für die Gesundheit unverzichtbar. Übersetzt heißt Basilikum so viel wie „königliches Heilkraut“.

Pfefferkaut und Hirnbalsam

Alte Namen fürs Basilikum verraten einiges über die Pflanze. Unter südlicher Sonne gediehen werden die Blätter kräftig würzig und schmecken pfeffrig pikant. In Asien gibt es viele Formen von Basilikum, die sehr unterschiedliche Aromen haben, von A wie Anis über Kampfer, Nelke, Piment bis Z wie Zimt und Zitrone reichen die Varianten. Basilikum, besonders das Heilige Basilikum, auch als Tulsi bekannt, gilt als heilkräftig. Es soll den Geist erfrischen, vor Stress schützen, die Verdauung regulieren, das Immunsystem stärken und den Cholesterinspiegel senken.

Basilikum kaufen

Das ganze Jahr über bekommt man Basilikum in Töpfen, eingehüllt in Plastikfolie, zu kaufen. Dabei handelt es sich um eine Art Bundware. Weil Basilikum sehr schnell welkt, lässt es sich nicht wie Petersilie geschnitten und gebündelt anbieten. Deshalb verkauft man kurzerhand getopfte Pflanzen. Die sind aber sehr dicht gesät, schnell-schnell im Gewächshaus unter Computeraufsicht produzierte Massenware. Zum sofortigen Gebrauch gedacht. Zuhause lassen sich solche Pflanzen nur schwierig weiter kultivieren, meistens bekommen sie bald die Welkekrankheit und gehen nach kurzer Zeit zugrunde. Und schmecken zu allen Überfluss oft noch fade.

Selber säen ist Trumpf

Inzwischen bietet der Handel eine breite Vielfalt an Basilikumsorten an, vor allen als Saatgut. Basilikum lässt sich auf der Fensterbank, im Wintergarten oder im Gewächshaus ganz leicht aus Samen ziehen, wenn man ein paar Punkte beachtet. Füllen Sie einen Topf oder eine Saatschale bis Daumenbreite unter den Rand mit Aussaaterde. Klopfen Sie das Gefäß ein paar Mal auf den Tisch, damit sich die Erde etwas setzt. Mit dem Handrücken oder einem kleinen Brettchen drücken Sie die Erde sanft an und glätten dabei die Oberfläche. Auf das so vorbereitete Saatbett streuen Sie die kleinen schwarzen Samen nicht zu dicht aus, zwischen den einzelnen Körnchen soll jeweils ein Zentimeter Platz bleiben.
Mein Tipp: Samen mit feinem, trockenem Sand, beispielsweise Vogelsand, mischen (auf ein Teil Samen kommen drei bis vier Teile Sand). Ein Stück dünner Karton (z.B. eine Postkarte) wird in der Hälfte scharf gefaltet und als Aussaathilfe benützt. Die Samen-Sand-Mischung hineingeben, mit dem Finger sachte dagegen klopfen. So lassen sich die Samen fein und mit reichlich Abstand ausstreuen. Viel Platz zwischen den Samen ist bei Basilikum äußerst wichtig! Streut man den Samen zu dicht, bleiben später die eng nebeneinander wachsenden Keimlinge nach jedem Gießen sehr lange feucht. Da fühlen sich Keime sehr wohl, schnell beginnt alles zu schimmeln, zu faulen.

Licht erwünscht

Nachdem Basilikum ein Lichtkeimer ist, die Samen also nur keimen, wenn sie genügend Licht erhalten, werden sie nicht mit Erde abgedeckt, sondern nur mit der Hand oder besser mit dem Brettchen behutsam angedrückt. Befeuchten Sie die Samen und die Erde gut, am besten mit einer Sprühflasche, einem Wäschesprenger oder mit Hilfe eines feinen Brauseaufsatzes auf der Gießkanne. Die Aussaaterde soll gleichmäßig feucht sein, darf aber nicht triefend nass werden. Am besten gießt man in mehreren Schritten, zuerst nur wenig, nach einigen Minuten nochmals, und nach weiteren Minuten bei Bedarf erneut. Keine Sorge, wenn sich die Samen nach dem Befeuchten leicht bläulich verfärben, das ist ganz normal.
Die Basilikumsaat kommt nun unter die Haube, stülpen Sie eine durchsichtige Kunststofftüte oder eine Abdeckhaube über das Gefäß. Die Haube sorgt dafür, dass die Erde länger feucht bleibt, Wärme gespeichert wird. Damit Basilikum erfolgreich keimt, muss es an einen hellen, mindestens 20 °C warmen und zugluftfreien Ort gestellt werden. Meistens schon nach fünf, bisweilen auch erst nach zehn Tagen keimen die Samen.

Umpflanzen

Rasch werden die Keimlinge größer. Sobald sich nach den zarten Keimblättern die ersten echten Blätter entwickelt haben, pikieren Sie das Basilikum. Jedes Pflänzchen kommt in ein eigenes Gefäß mit frischer Erde, die aus einem Gemisch aus halb Anzuchterde und halb Pflanzerde bestehen sollte. Weiterhin hell, aber nicht prallsonnig, sowie warm halten und stets für leicht feuchte Erde sorgen. Anfangs empfiehlt sich immer noch, das Basilikum unter der Haube zu lassen, die feucht-warme Atmosphäre treibt das Wachstum an. Aber nach dem zweiten oder dritten neuen Blattpaar sollten Sie die Pflanzen allmählich abhärten, die Haube nach und nach anheben und schließlich, nach rund 6-10 Tagen ganz abnehmen.

Freiluftsaison

Bei sommerlicher Witterung darf Ihr Basilikum nach draußen. Stellen Sie es anfangs niemals in die pralle Sonne, es bekommt sonst einen Sonnenbrand.  Ab Ende Mai oder Anfang Juni kann Basilikum ins Freilandbeet oder in den Balkonkasten umgepflanzt werden. Die Pflanzen sind dann stark und bestens an die herrschenden Verhältnisse angepasst, liefern den ganzen Sommer über reichlich frische Würze. Voraussetzung ist, dass Sie Basilikum immer gründlich gießen. Mit dem Düngen allerdings sollten Sie sich zurückhalten, denn reichlich Nährstoffe fördern oft Krankheitsbefall. Außerdem schmeckt Basilikum fad, wenn es zu reichlich gedüngt wurde.
Mein Tipp: Je fleißiger Sie ernten, desto kräftiger wächst Basilikum nach. Pflücken Sie aber nicht bloß zaghaft die oberen Blätter, sondern schneiden Sie ganze Triebe bis zur Hälfte bis maximal auf ein Drittel ihrer Länge ab. Das fördert neuen Austrieb aus den unteren Blattachseln und regt eine kräftige Verzweigung an.

Stecken Sie es doch mal

Es klappt nicht so recht mit der Aussaat von Basilikum? Dann versuchen Sie es mit Stecklingen. Funktioniert wirklich gut – in kurzer Zeit lassen sich so kräftige Pflanzen ziehen. Selbst schwächelndes Supermarkt-Basilikum können Sie so retten.

So gelingt’s: Einen schönen Trieb vom Basilikum aussuchen. Etwa 10 cm lang knapp unterhalb eines Blattansatzes mit einem scharfen Messer schräg abschneiden. Untere Blätter entfernen, nur die obersten bleiben. Töpfchen mit Aussaaterde füllen, Erde leicht festklopfen. Mit einem Pikierstab, Bleistift oder Kochlöffelstiel ein Loch vorbohren, Basilikumsteckling tief bis fast zu den Blättern hineinstecken und sanft festdrücken.
Stecklinge jetzt warm und hell aufstellen, Erde stets leicht feucht halten. Innerhalb von nur einer Woche haben die Stecklinge bei mir Wurzeln geschlagen. Alle 4-5 Tage beim Gießen leichte Düngerkost verabreicht (Flüssigdünger, nur ein Drittel der sonst üblichen Dosierung). Bald sind sie kräftig gewachsen und können beerntet werden. Alternativ kann man die Stecklinge auch in ein Glas mit Wasser stellen, auch dort bilden sich rasch Wurzeln. Dann einfach umtopfen.

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