Allerseelenblumen

Zu Beginn des Novembers gedenkt man aller verstorbenen Gläubigen. Ursprünglich war der 2. November auch ein Tag, an dem man Fürbitte für die armen Seelen einlegte, die nicht direkt in den Himmel aufgenommen wurden und durch die Gegend spukten. Eng mit dem Totengedenken und vielerlei Aberglauben um unruhige Geister sind auch Pflanzen verbunden – Allerseelenblumen wie das Kleine Immergrün (Vinca minor).

Als Symbol für Unsterblichkeit – Immergrün! – gab man sie, als Sträußchen oder als Kranz, den Verstorbenen ins Grab mit oder pflanzte sie auf die Gräber. Danach trägt das Kleine Immergrün, das zu dieser späten Jahreszeit nicht nur ein adrettes Laubkleid über den Boden legt, sondern hie und da sogar noch himmelblaue Blüten treibt, solch sprechende Bezeichnungen wie Totenviole, Totenmyrte oder eben Allerheiligen- bzw. Allerseelenblume.

Namentlich mit den ersten beiden Novembertagen ist auch das Rohrglanzgras verbunden, insbesondere die schon lange gezogene panaschierte Form Phalaris arundinacea var. picta. Man nennt es auch Bandgras, Schürzlibandel, Seidenbandel, Taffetbandel, Streifengras, Buntgras oder auch Allerheiligengras, weil es häufig in Grabsträußen oder -gestecken zur Auflockerung oder auch zum Binden verwendet wurde.

Und schließlich last but not least nennt man die Früchte des allseits gut bekannten Schneebeer- oder Knallerbsenstrauchs (Symphoricarpos albus) auch Allerheiligenballen, Allerseelenkirsche oder Kirchhofsäpfelchen. Die lange haltbaren Früchte ergeben ein auffälliges Dekor auf Gräbern…

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