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Schneebeeren: giftig oder nicht?

Auffällig wird die Gewöhnliche Schneebeere (Symphoricarpos albus) bzw. die Varietät laevigatus (oft als Symphoricarpos racemosus angesprochen) erst im Spätsommer/Herbst, wenn sich der sommergrüne Strauch seine weißen Früchte trägt. Die geben dem aus Nordamerika stammenden und Anfang des 19. Jh. nach Europa eingeführten Gehölz völlig zu Recht seinen Namen, weil sie wie kleine Schneebälle wirken. Obwohl sie wie Beeren aussehen, sind es botanisch Steinfrüchte, im schwammigen Fruchtfleisch sind zwei Steinkernchen eingebettet.

Sie knallen und knacken

Im Gewebe der Steinfrüchte ist viel Luft. Dadurch wird das Licht stark reflektiert, was die Früchte weiß leuchten lässt.

Diese Früchte weckten früher und wecken noch heute vor allem das Interesse von Kindern. Nicht so sehr zum Essen, sondern zum Spielen. Wirft man die „Beeren“ schwungvoll zu Boden oder zerdrückt man sie, platzen sie mit einem Knallgeräusch. Knallerbsen, Knackebeeren, Knallbonbons, Kracherle, Knatschbeeren oder Knitschdinger heißen sie danach. Oder auch Schluder bzw. Schnoppala, weil man sie als Wurfgeschosse wegschleudern kann. Hier tun sich Sorgen auf – sind die Früchte nicht giftig?

Zum Verzehr nicht geeignet

Die Schneebeeren hängen bis tief in den Winter an den Zweigen, weil sich hierzulande kaum ein Vogel dafür interessiert. Man nennt sie auch Eisbeeren oder Wachsperlen.

Die Schneebeeren gehören zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae), unter denen sich durchaus giftige Arten wie die Heckenkirschen (Lonicera) finden – siehe dazu auch meinen Beitrag „Rote Heckenkirsche: giftig oder nicht?„. Aber auch Karden (Dipsacus), Baldrian (Valeriana) und Feldsalat (Valerianella) zählen zu den Familienmitgliedern, und die sind nun wahrlich nicht giftig. Die Inhaltsstoffe der Schneebeeren sind so genau gar nicht bekannt, gesichert sind Saponine (können Haut und Schleimhäute reizen). Daneben soll es Alkaloide geben sowie eventuell noch unbekannte Reizstoffe.
Insgesamt werden die Früchte als leicht giftig eingestuft, der Verzehr einiger weniger Beeren als ungefährlich betrachtet. Als Auswirkungen beschreibt man im gröbsten Fall nach Einnahme einer kleinen Handvoll „Beeren“ Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall.

Aufklären

Nicht nur in weiß, sondern auch in rosarot gibt es die Früchte, dann passen Volksnamen für die Schneebeeren wie Muttergotteskorallen, Friedhofskirschen, Kirchhofsäpfelchen oder Studentenbusserl noch besser

Grund zu großer Sorge besteht also nicht, dennoch gehört es unbedingt dazu, Kindern so früh wie möglich zu erklären, dass nichts gegessen wird, was nicht ausdrücklich dazu freigegeben wurde. Spielen? Ja, das darf man erlauben – es ist doch auch zu lustig, wenn die Beeren knallen.

Für die niedlichen Blüten interessieren sich Bienen, von Menschen werden sie meist übersehen.

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