Schau und fühl genau!

Schau und fühl genau!

Auf den zweiten (schärferen) Blick und bei genauem Befingern geben diese Blätter ihre Unterschiede preis. Was man anfangs als ein und derselben Art zugehörig erachtet, stellt sich da als völlig andersartig heraus.

Die Blättchen rechts und in der Mitte sind von der Schafgabe (Achillea millefolium), das Blatt links von der Wilden Möhre (Daucus carota). Man beachte die Fiederung! Schafgabe sieht aus wie ein Rückgrat mit Rippen (heißt ja auch Schafsripperl) oder wie eine Leiter (Mausleiter), ist einfach gefiedert. Die Blättchen fühlen sich zwar rau an, doch nur wegen der scharfen Fiederblattspitzen, ansonsten sind sie glatt. Die Wilde Möhre ist über und über behaart, fein samtig bis filzig, und doppelt gefiedert.

Eine Verwechslung wäre nicht tragisch – oder doch? Schafgabe riecht und schmeckt ganz anders, kräftig würzig, fast pfeffrig. Wilde Möhre hat dagegen jetzt etwas anfangs Süßliches, Karottenaroma, dann im Abgang grün und zartherb. Schafgabe ist ein altes Heilkraut, Möhre dient eher zum Sattwerden. Achso, wer mal eine Wilde Möhre (Wurzel) probieren möchte – der sollte Blätter der Wilden Möhre einwandfrei identifizieren können. Wo jetzt junge Blätter wachsen, steckt eine Rübe in der Erde…

2 Kommentare
  • Ja, viele Pflanzen lassen sich leichter identifizieren, wenn man die Blätter in die Hand nimmt, abtastet, und ggf. zerreibt und mal dran schnuppert. Ein Beispiel: Frühe und Späte Traubenkirsche z.B. kann man so auch außerhalb der Blütezeit unterscheiden. Die Späte Traubenkirsche hat harte, fast ledrige Blätter, die beim Zerreiben nach Bittermandel riechen.

    Grüße, KatjaK

    23. April 2012 um 20:51

Einen Kommentar schreiben

X