Einer alten Legende zufolge nennt man die Preiselbeeren (Vaccinium vitis-idaea) in Tirol (und auch andernorts) nicht nur Granten, sondern auch Muttergotteskirschen, Liebfrauenstrauch oder Marienpalm:

Ein Eremit, den die große Not der armen Tiroler Leute dauerte, rief die Gottesmutter Maria an, dass sie den Hungernden doch helfen möge. Maria erbarmte sich, nahm ihren aus vielerlei Kräutern gewundenen Kranz vom Kopf, zupfte Blättchen heraus und ließ sie vom Wind übers Land verstreuen. Überall in den Wäldern auf den Heiden und Matten wuchsen daraus kleine immergrüne Sträucher, die zuerst rosaweiße Glockenblütchen, später kirschrote Früchte trugen.

Doch dem Teufel – so eine weitere Geschichte – gefiel Mariens Geschenk an die Ärmsten der Armen überhaupt nicht. Voller Wut wollte er die roten Beeren mit Gift tränken. Doch bevor jemand zu Schaden kam, versah der Liebe Gott alle diese Früchte mit einem Kreuzzeichen. Daraufhin traute sich der Teufel nicht mehr an sie heran.

Und wir können bis heute unbesorgt Preiselbeeren ernten!