Etwa erbsengroß, graublau schimmernd, wie kleine Weintrauben stechen einem die Früchte der Gewöhnlichen Mahonie (Mahonia aquifolium) ins Auge. Sie wächst in sonnigen bis halbschattigen Bereichen in vielen Gärten und Parks, steht aber auch in Grünstreifen, im Straßenbegleitgrün, in Gebüschen, manchmal am Waldrand. Ursprünglich stammt dieser immergrüne Strauch aus dem westlichen Nordamerika, in Europa stellt man sie zu den Neophyten. Im US-Bundesstaat ist die Mahonie die offizielle Staatspflanze, wird dort Oregon Grape genannt, also „Oregon-Traube“.
Verwechslungen



Mit Weintrauben hat die Mahonie, auch Stechdornblättrige Mahonie oder Fieder-Berberitze genannt, nur insofern etwas zu tun, dass ihre Blüten und Früchte in traubigen Blüten- bzw. Fruchtständen vereint sind, und eventuell noch die Färbung der Früchte. Immer wieder wird sie wegen ihrer markanten Blätter mit Stechpalmen (Ilex aquifolium), manchmal auch mit Lorbeer (Laurus nobilis) oder Lorbeer-Kirschen (Prunus laurocerasus) verwechselt.

Doch Mahonien haben sehr früh im Jahr erscheinende gelbe Blüten und blaue Früchte, im Frühjahr und Spätsommer sind sie dadurch eindeutig von den anderen Arten unterscheidbar (Stechpalme weiße Blüten und rote Früchte; Lorbeer und Lorbeerkirsche weiße Blüten und schwarzblaue Früchte).
Berberitzengewächs
Unter den vielen botanischen Bezeichnungen, welche die Mahonie im Lauf der Zeit erhalten hat, findet sich u.a. auch Berberis aquifolium. Das zeigt die Verwandtschaft zu der Berberitze. Beide gehören in die Familie der Berberitzen- oder Sauerdorngewächse (Berberidaceae), zu denen auch Elfenblumen (Epimedium) oder Himmelsbambus (Nandina domestica) zählen. Berberitzen gelten allgemein als giftig, alle Pflanzenteile enthalten Alkaloide – ausgenommen reife Früchte der heimischen Gewöhnlichen Berberitze (Berberis vulgaris). Analog gilt dies auch für die Gewöhnliche Mahonie, ihre reifen Früchte werden als ungefährlich eingestuft.
Saft, Gelee und mehr

Mahonienfrüchte werden in Nordamerika sehr geschätzt, insbesondere als Brotaufstrich, als Jam oder Jelly. Genau das ist auch in hiesigen Breiten empfehlenswert. Reife Früchte haben einen aromatisch-herb-säuerlichen Geschmack und lassen sich entsaften, zu Sirup, Marmelade oder Gelee verarbeiten. Ohne Samenkerne gelten Mahonien als bekömmlicher, ähnlich wie beim Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) scheinen manche Menschen eben diese nicht gut zu vertragen. Weil die Beeren ziemlich viel Säure enthalten, sollten unbedingt vollreife, gut färbende Beeren bevorzugt werden, man kann sie auch noch mit Birnen oder Pfirsichen mischen.
Fazit: Gering giftig
Man müsste schon eine Menge Blätter, Rinde, Holz, Wurzeln oder unreife Früchte der Mahonie essen, um ernsthafte Vergiftungen zu provozieren – aber davor hat die Natur schon einen Riegel geschoben. Das wehrhafte Laub lädt nicht gerade zum Verzehr ein, die herb-sauren Früchte mit ihren widerspenstigen Kernchen verderben schnell den Appetit. Die Giftigkeit von Mahonien wird deshalb als „gering giftig“ eingeschätzt.
Wissensdurst!!!