Jetzt muss es mal genug sein mit Best of.. Tomaten. Wobei, mir fallen noch hunderttausend Sachen ein. Last but not least in dieser Mini-Serie dies hier:

Laut Statistik isst jeder Deutsche, vom Baby bis zum Greis, pro Jahr knapp 28 kg Tomaten. Damit sind Tomaten das beliebteste Gemüse, weit vor Möhren und Zwiebeln auf den Plätzen 2 und 3 mit 11 bzw. 10 kg. Tomaten mit einem Gewicht, das auch 60 Packungen Spaghetti, ein E-Bike oder ein großer, voll bepackter Urlaubskoffer auf die Waage bringen. Nicht alles davon wird als Frischware verzehrt, die Hauptmenge besteht aus Ketchup, Sauce oder Mark. Weniger als 4 % davon stammen aus heimischem Anbau (Hauptlieferanten sind Spanien und die Niederlande).

Meine Tomatenernte entspricht dieses Jahr fast genau diesem statistischen Mittelwert. Von nur fünf Pflanzen habe ich bislang sage und schreibe 24 kg geerntet – und es hängen immer noch Tomaten dran, es gibt immer noch Blüten. Keine Fleischtomaten, sondern Kirschtomaten (in Kirsch- bis Zwetschgengröße) und – noch kleiner – Johannisbeer- oder sog. Urtomaten (in Ribisl- bis Erbsengröße). Und das, obwohl ich Anfang der Saison mit den Tomaten gehadert habe, weil sie nicht so recht wachsen wollten. Die ganz kleinen machen mir heuer besonderen Spaß, obwohl sie nur mühevoll zu ernten sind – aber sie ploppen im Mund beim Draufbeißen so schön auf und schmecken sehr gut, fein fruchtig.
Ich esse derzeit täglich Tomaten, schon deshalb, weil ich so viele ernte – und irgendwie wollen die Dinger verwertet sein. Also gibt es Tomaten als Salat, als Sugo, als Suppe, als Pizzasauce, als Saft… Die nächsten werde ich trocknen. Meine 28 kg habe ich dann sicher verputzt – besser als die 32 kg Süßwaren, die jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr vertilgt.
Enorme Wuchsleistung
Wenn man Tomaten lässt, wie sie wollen, dann wachsen sie kräftig. Der Haupttrieb kann pro Woche durchaus 30 cm an Länge zulegen. Über die Saison gerechnet, rund 6 Monate, kann eine Tomatenpflanze demnach über 7 m lang werden – viel höher als mein Gewächshaus, mein Foliendach, meine Stützstäbe hoch sind. Also ziehe ich die Pflanzen erst einmal hoch, dann kippen sie um und dürfen nach unten hängen, oder am Boden kriechen und sich ausbreiten. Das fördert die Ernte sehr.

Lehren fürs nächste Jahr? Ich brauche gar nicht so viele Tomatenpflanzen. Aber die gestreiften, die geflammten, die grünen, die birnenförmigen, die schwarzen, Ananas-Tomaten und, und, und muss ich unbedingt noch ausprobieren.
Schon mal Samen ernten!
War das nützlich?
Unbeschreiblich – wie klasse sind die Informationen hier … und die spürbare Liebe…DANKE dafür☺️
Eine Frage beschäftigt mich noch:
Wie ‚mache‘ ich das mit dem ‚Umkippen‘ der Pflanzen oder das „am Boden weiterwachsen“ lassen, wenn diese den Stützstab überrankt haben?
Liebe dankbare Grüße
Sabine
Na ganz einfach: weiter wachsen lassen, wie es die Tomate möchte. Manchmal ist es gut, wenn wir Pflanzen ihren „Willen“ lassen…
Liebe Karin, ich bin so froh, dass jemand die Tomatenpflanze genauso „liederlich“ wachsen lässt. Und sie stützen sich damit gegenseitig. Danke Die dafür!
Strammstehen müssen meine Tomatenpflanzen nie – ich bin eine eher antiautoritäre Gärtnerin. Und es freut mich, wenn andere es auch nicht ganz so genau nehmen.