Königskerze

Königskerze

Wahrhaft königlich, diese Kerzen! Da leuchten die Augen, da freut sich das Herz. Schwebfliege beobachten, Staubblätter bestaunen, Blätter befühlen – Sommerfreuden. Davon handelt auch folgendes Gedicht:

Königskerze

Königskerz‘ auf der Heide
geht in blaßgrüner Seide,
reckt die Arme zum Himmel auf,
trägt einen Leuchter mit Lichtern drauf.
In der Nacht, in der Sommernacht,
leuchtet hell ihrer Kerzen Pracht;
dann halten in dem goldnen Schein
die Elfchen ihren Ringelreihn.
Wer hat’s gesehen? Zwei Wandersleut’
berichten darüber hocherfreut,
ein Käfer und eine Grille;
die kamen spät des Weges daher,
sahen den Tanz und staunten sehr
und hielten sich mäuschenstille.

Johannes Trojan (1837-1915)

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