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Es purzelt, regnet, fällt vom Baum herab

Schon bemerkt? Unter vielen Bäumen häuft es sich – nicht nur welke Blätter, sondern auch viele kleine Früchte liegen unter den Kronen. Besonders auffällig bei Apfelbäumen; Zwetschgen und anderen Obstbäumen, Eichen, Buchen und Linden, aber auch anderen Gehölzen. Was ist da los?

Nicht alles von diesem vorzeitigen Fruchtfall hängt mit der Hitze und Trockenheit zusammen. Nach der ungemein reichen Blüte im Frühjahr mit günstiger Witterung hätte man vermuten können, dass eine Fruchtschwemme sondergleichen zu erwarten wäre. Aber weit gefehlt.

Ab Ende Juni beginnt es: Die Bäume trennen sich von all den Fruchtansätzen, die nicht oder nur unzureichend bestäubt wurden. Befruchtete Blüten, also heranreifende Früchte senden Pflanzenhormone aus und übermitteln dem Baum die Botschaft, dass sie Zucker und Wasser brauchen. Lief die Bestäubung aber nicht gut, dann bilden die Fruchtansätze zu wenig Hormone – sie bleiben sozusagen stumm. In diesem Fall trennt der Baum sie mit einer Korkschicht am Stielansatz von der Nahrungsversorgung ab – die Früchtchen fallen ab.

Wurden zur Blütezeit allerdings übermäßig viele Blüten gut befruchtet, bleibt dem Baum nichts anderes übrig, als überzählige Früchte, die er gar nicht versorgen kann, abzuwerfen.

Das hat auch Auswirkungen auf das nächste Jahr: Viele Blüten und heranreifende Früchte geben auch eine Menge Hemmstoffe ab, wodurch der Baum weniger Blütenknospen bildet und im Folgejahr eine Ruhepause einlegen kann. Bei sehr schwachem Fruchtansatz läuft es umgekehrt: wenige Hemmstoffe lassen zahlreiche Blütenknospen entstehen und ermöglichen üppigen Fruchtertrag. Das ist auch der Grund für die sog. Alternanz, also den unregelmäßige Fruchtansatz – ein Jahr reiche, ein Jahr schmale Ernte.

Und jetzt dürft Ihr mal raten, wie aus wie vielen Blüten eines Baum wirklich reife Früchte werden…

Es sind höchstens fünf Prozent.

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