Silberdistel

Des Rätsels Lösung vom 4.8.2022: die Silberdistel (Carlina acaulis) oder Große Eberwurz. Prachtvoll, ihre Blütenkörbe mit den silbrigen Hüllblättern anzusehen.
Spannend, die Blütenentwicklung zu verfolgen, die Blütenstände umfassen immerhin mehrere hundert Einzelblüten, die nach und nach, von außen nach innen aufblühen.
Erstaunlich, ihre Fähigkeit als Wetterdistel, Sonnenrose oder „Barometerwurz“ zu erkennen, die Blütenkörbe öffnen sich nur bei schönem Wetter. Das basiert darauf, dass die bereits abgestorbenen silberweißen Hüllblätter auf den Unterseiten mehr Feuchtigkeit aufnehmen können als innen, sich dadurch über den Blütenkorb krümmen und ein schützendes Regendach bilden.
Respektvoll, die geschützte Pflanze nicht zu pflücken oder zu beeinträchtigen – und trotzdem nicht zu vergessen, dass die Silberdistel früher gegessen wurde. Ähnlich wie bei Artischocken hat man den fleischigen Körbchenboden verzehrt. Volksnamen wie Jägerbrot, Distelbrötchen, Schusterloabl, Wiesenkäs, Almkohlrabi oder Wilde Artischocke erzählen noch davon.
Zudem galt die Silberdistel als geschätzte Heilpflanze, z.B. gegen Viehseuchen. Die Wurzel sollte Fieber senken und die Monatsblutung anregen, war aber vor allem als Kraftwurz und Aphrodisiakum begehrt. Angeblich bekam man die Stärke von neun Männern, wenn man neun Wurzeln zur Sommersonnenwende ausgrub, in Wein siedete und trank.

Hier gibt es Silberdisteln satt – in Bildern:

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