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Skurrile Pflanzennamen W

Wald und Wiese sind in Pflanzennamen überaus häufige Wortbestandteile. Wieso, warum, weshalb aber andere Namen mit W so wunderlich lauten, wird hier in Beispielen erklärt.

Waldbruder –> Christophskraut (Actaea spicata):
Wächst wie der Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) im Wald, wird wie dieser auch Frater sylvanus geheißen – Waldbruder.
Mehr zum Christophskraut HIER im Bog.

Wau-Wau –> Wollgras (Eriophorium):
Wer die Gräser in Mooren und Sümpfen das erste Mal sieht, ist völlig hin und weg vom Anblick. Wolle, Seide, Watte, Plüsch, Flachs, Flocken, Quasten, Pinsel, Federn, Bart, Haare – was sitzt denn nun auf den Stielen? Sind’s gar Lämmchen, Schäfchen, Häschen, Kätzchen? Hündchen sicher nicht, trotzdem gibt es den alten Volksnamen Wau-Wau oder Wauwau. Der aber steht für einen Kinderschreck, ähnlich dem Wuwatz, Wuwu, Bubu, Butzemann oder Popanz.

Weiberkrieg –> Dornige Hauhechel (Ononis spinosa):
Schon mal versucht, einen Hauhechel mit bloßen Händen aus der Erde zu ziehen? Da erklären sich Namen wie Weiberkrieg oder Weiberzorn von ganz alleine. Mit ihren tiefreichenden Wurzeln (Eisengras) hätte es die Pflugscharen behindert und so den Pflug umgestürzt (Pflugsterz) oder die Ochsen stolpern und sich die Beine brechen lassen (Ochsenbrech). Also mussten Frauen den Hauhechel von Wiesen, Weiden, Feldern und Äckern entfernen. Und rissen sich an den drahtigen, mit Dornen bewehrten Stängeln (Dornwurzel) nicht nur die Hände auf, sondern auch das Gewand. Da wenn’st keinen Zorn bekommst…

Welt-in-einem-Döschen –> Lampionblume (Physalis alkekengi):
In einem laternenförmigen Kelch verhüllt reifen runde Früchte, das ist das gemeinsame Kennzeichen den Blasenkirschen, zu denen auch Kapstachelbeere und Tomatillo gehören. Ähnlich einem Apfel, der als Sinnbild für die Erdkugel gesehen wird, ist also unsere Welt in Form einer Beere hier in einer Blatthülle, geformt wie eine Dose, verpackt.

Wetterhahn –> Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella):
Jacobus Theodorus Tabernaemontanus (Jakob Dietrich aus Bergzabern, 1522-1590), berühmter Arzt und Botaniker, sagte über das kleine Waldgewächs: „Ist ein rechter Wetterhan, dann wann Ungewitter vorhanden, richtet das Kräuterlein seine Blätter übersich als wolt es gegen das Ungewitter streiten.“ Das bezieht sich unmissverständlich auf die Eigenschaft vom Sauerklee, seine Fiederblättchen zusammenzuklappen, sobald es zu sonnig, zu heiß oder schlicht Abend wird – und auszubreiten, sobald es schattig, kühl und regnerisch ist.

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