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Skurrile Pflanzennamen V

Vegetation lässt sich vieldeutig auslegen, ich bin ganz verliebt in Veilchen und Vergissmeinnicht – doch ebenso in Gewächse, deren Namen schon etwas verrückt lauten.

Verlorenundkehrwieder –> Schuppenwurz (Lathraea squamaria):
Im März ist sie plötzlich da und im Mai schon wieder verschwunden, sie kommt, geht und kehrt wieder, die Schuppenwurz, auch Zahnwurz (wegen der Blütenform), Fleischwurz (wegen der Blütenfarbe) oder Maiwurz genannt. Deshalb galt sie als Zauberkraut, das Kühen ihre Milch wiedergeben sollte, wenn diese keine mehr gaben – weil sie verhext worden waren.

Vielmilch –> Bittere Kreuzblume (Polygala amara) und Wiesen-Kreuzblume (Polygala vulgaris):
Viel Milch, das ist schlichtweg der botanische Gattungsname Polygala übersetzt, nach griech. poly = viel und gala = Milch. Woher kommt’s? Den kleinen Wiesenpflanzen sagte man nach, dass sie Kühen wie Schafen und auch stillenden Frauen halfen, reichlich Milch zu produzieren. Aufgrund der Bitterstoffe erscheint das durchaus plausibel.

Verrenkkraut –> Hain-Greiskraut (Senecio nemorensis):
In früheren Jahrhunderten wurde diese Pflanze, die vom Aussehen her an Goldrute erinnert, als „Heil über alles“, als Edel- oder Groß-Wundkraut gepriesen. Die Droge, d.h. das getrocknete Kraut, wurde in Apotheken unter der Bezeichnung Herba Consolidae sarraceniae geführt. Man ordnete es den Sarazenen (Orientalen und Mohammedaner) zu, um es als fremdländische Arznei zu veredeln. Nicht nur Wunden sollten mit seiner Hilfe schnell heilen, auch Brüche und stumpfe Verletzungen. Ähnlich Arnika und Beinwell diente es der Behandlung von Verrenkungen. ABER: Wie alle Greiskraut-Arten enthält auch das Hain-Greiskraut Pyrrolizidin-Alkaloide, die toxisch auf die Leber wirken und als krebserregend eingestuft werden – ein Gebrauch ist daher heutzutage obsolet. So ändern sich die Zeiten…

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