24. Juni – heute ist Johannistag. Exakt in sechs Monaten ist schon wieder Weihnachten, der Tag wird daher auch Sommerweihnacht genannt. Ab jetzt werden die Tage wieder kürzer… Aber es gibt ja lichtbringende Pflanzen, allen voran das Johanniskraut (Hypericum perforatum), das die Sommersonne in sich speichert und uns im Tee zurückbringt in dunklen Tagen. Doch das Johanniskraut wird immer erwähnt, ich möchte deshalb mal eine andere Pflanze ins Licht rücken: den Wald-Geißbart (Aruncus dioicus). Der heißt nämlich auch Johanniswedel bzw. Johanneskraut, weil er wie das Johanniskraut um Johanni blüht (dieses Jahr lag bei beiden Pflanzen der Blühbeginn schon um den 5. Juni).

Ist er nicht prächtig, der Geißbart? Es gibt männliche und weibliche Pflanzen (Aruncus ist zweihäusig getrenntgeschlechtig, was auch im botanischen Artzusatz dioicus zum Tragen kommt) – und die männlichen sind eindeutig prachtvoller als die weiblichen. Federbuschen, Fuchsschweif, Geißwedel – diese alten Volksnamen beschreiben dies sehr treffend. Die Blütenstände wurden einst als Fliegenwedel verwendet. Und wie das Mädesüß (Filipendula ulmaria), das auch schon blüht, mit dem Geißbart verwandt ist und ihm in gewisser Weise ähnlich sieht, rieb man damit die Bienenstöcke aus, bevor die Schwärme in neue Beuten kamen.
