Schlehen

Wer jemals eine frische Schlehe (Prunus spinosa) vom dornigen Strauch gegessen hat, vergisst das nie. Die blau-schwarzen Früchte ziehen einem alles zusammen und schmecken sehr herb. Ganz anders mundet dagegen das berühmte Schlehenfeuer, das fruchtig süß über die Zunge rinnt und im Magen für Wärme sorgt. Schlehen wollen eben richtig verwertet sein, um ihre wahren Werte zu offenbaren.

Märchenhaft

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Nicht Weißdorn, nicht Hasel, nicht Apfelbaum, nein, dem Schlehdorn gebührt die Ehre. Der wächst nicht hinter den sieben Bergen, nicht bei den sieben Zwergen, sondern ist ein weithin verbreiteter Heckenstrauch. Weiß wie Schnee blühen die Sträucher zeitig im Frühling, rot wie Blut färbt der Saft ihrer kleinen Steinfrüchte, schwarz wie Ebenholz ist die Rinde. Wie Schneewittchen.
Eine andere Geschichte erzählt, dass der Kreuzdorn die Schlehe einst fälschlich bezichtigte, dass er seine extrem wehrhaften Zweige zur Anfertigung der Dornenkrone Jesu gegeben habe. Der Schlehdorn ärgerte sich daraufhin schwarz und bekam vor Gram extrem saure Früchte. Doch der liebe Gott überschüttete den armen Strauch im Frühling mit einem weißen Blütenkleid zum Zeichen seiner Unschuld. Und der Kreuzdorn muss zur Strafe bis heute unentwegt Kreuze schlagen – was man an seinem Geäst auch überall sieht (denn die Seitenzweige stehen paarweise gegenüber, formen zusammen mit dem Hauptast ein Kreuz).

Märchenhafte Schneewittchen-(Schlehen)-Speise

Zutaten für 4 Portionen:
200 ml Schlagsahne
1-2 Esslöffel Schlehenblüten (frisch oder getrocknet)
1/2 Vanillestange
100 g Pumpernickel
2 cl Schlehenlikör
50 g geriebene Zartbitterschokolade
200 g Joghurt
75 g Puderzucker
200 g Schlehengelee
1/2 Limette
Schlehenblüten und längs aufgeschnittene Vanillestange in die Sahne geben und einmal kurz aufkochen, dann erkalten lassen.
Pumpernickel fein zerbröseln, den Schlehenlikör darüber gießen. Alles mit der geriebenen Schokolade vermischen.
Joghurt mit dem Puderzucker schaumig aufmixen. Schlehenblütensahne durchsieben und steif schlagen. Sahne unter das Joghurt heben.
Limettenschale hauchdünn abschälen und in feine Streifen schneiden. Schlehengelee ganz leicht erwärmen, mit Limettensaft verrühren.
In Dessertgläser schichten: Etwas Pumpernickel, darauf einen Klacks Schlehengelee, dann die Joghurtsahne – entweder drei Schichten oder das Ganze mehrmals wiederholen. Mit Limettenschale garnieren.

Fortsetzung folgt…

2 Gedanken zu „Schlehen“

  1. Îch konnte unlängst lesen, das man früher unreife Schlehen zum Schwarzfärben von Wolle verwendete?
    Zudem wird auch viel mystisches über ie Schlehe erzählt:
    „Wie alle Dornsträucher galt auch der Schlehdorn als Abwehrstrauch gegen das Böse. Am Walpurgisabend hefteten die Bauern Schlehdornzeige an die Stalltüre, um den Hexen den Einlass zu verwehren. Gerede im Frühjahr, wenn die Schlehe wie in einer Wolke aus Blüten da steht, soll sie besondere Kraft haben. In Böhmen glaubte man, dass man mit den ersten Blüten Flöhe aus den Betten vertreiben kann. Schlehenblüten in Milch aufgekocht galten als Mittel gegen zu viele Sommersprossen. Ißt man die ersten drei Schlehdornblüten, die man im Frühjahr sieht, dann ist man das ganze Jahr vor Sodbrennen geschützt. Bricht man vom blühenden Schlehdorn einen Dorn und reibt damit das Zahnfleisch verschwinden die Zahnschmerzen. Am Abend vor St. Martin soll man Schlehdornzweige auf die Blumenbeete legen um die Blüten vor Frost zu schützen.“
    Quelle http://www.soonwald.de/cms/front_content.php?idcat=67&idart=253&lang=1
    Ich hoffe ich habe nichts wiederholt oder vorgegriifen.
    LG

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  2. Servus, vorab vielen Dank für den gelungenen Artikel. Ich liebe Schlehen und Schlehenmarmelade. Bleibt gesund und freue mich auf neue Beiträge.

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