Schade!

Schade!

Orlaya grandifloraStraßenränder gehören in diesen Tagen mit zu den blütenreichsten Streifen überhaupt. Nirgends blüht es so üppig und so bunt wie entlang der Autobahnen, rund um Kreisverkehre und an Böschungen. Was es da alles zu sehen gibt! Stoße ich doch da neulich auf eine seltene Schönheit: Strahlen-Breitsame (Orlaya grandiflora) – eine vom Aussterben bedrohte Art. Berühmt geworden als Heidenheimer Schlossblume, denn in Heidenheim an der Brenz überzieht das Doldenblütengewächs den Schlosshang mit einem weißen Spitzenteppich. Dann all die zauberhaften Wegwarten, die „Blume des Jahres 2009“ scheint an den Asphaltbändern mit vielen blauen Blütenaugen den Liebhabern hinterher zu schauen. Johanniskraut, wo leuchtet das sonnige Gelb kräftiger und lässt Abgase vergessen?

Aber leider, leider – als ich wieder am Straßenrand mit besagter Orlaya vorbeikomme, ist alles abgemäht. Fort, weg, rasiert, traurig, öde. Die Pflanzen, die dort so schön blühten, hatten nicht mal Zeit, ihre Samen auszustreuen. Geschah es aus Unkenntnis, dass man die Blüten zur Unzeit köpfte? Schade, erst macht man sich die Mühe und siedelt (wahrscheinlich sogar mit beträchtlichem finanziellen Aufwand) die Flora an, dann bringt man sich um die Früchte, indem (wiederum mit Kosten verbunden) man alles fein säuberlich entfernt… Wie einfach wäre es doch, wenn man nur das Hirn einschalten würde und sich ein bisschen darauf besinnt, wie Pflanzen wachsen und sich vermehren.

Ein Umstand übrigens, auf den auch die Kräuterpädagogin Regina Dittebrandt aus Haag in einem Leserbrief an die Zeitschrift „Landlust“ hingewiesen hat. Bravo, wir brauchen mehr solche aufmerksamen Leute.

2 Kommentare
  • Hubert Schmölz
    Antworten

    Sehr geehrte Schreiberin oder sehr geehrter Schreiber dieses Artikels!
    Ich war heute bei meinem Schwager in Meckenbeuren. Er hat bei der Gartenschau Samen der Schlossblume bekommen. In seinem Garten vermehren sich die Schlossblumen wunderbar. Jedes Jahr bedecken sie eine größere Fläche. Er hat mir heute sogar ein kleines Sträußchen mitgegeben.
    Grüße Hubert Schmölz, Nattheim

    30. Mai 2010 um 21:07

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