Narrisches zum Rosenmontag

Narrisches zum Rosenmontag

Fasching ist’s, Rosenmontag, da muss etwas Lustiges her. Von einer angehenden Kräuterpädagogin bekam ich den Auszug aus einer Büttenrede eines Mundartdichters. Die ist pfälzisch, trotzdem verstehen sie auch Menschen mit anderem Zungenschlag – einfach langsam laut vorlesen! Und das muss man einfach gelesen haben…

Aach hätt’ mer längscht bedenke misse:
Die Ros’ will gar nix vun uns wisse,
un wa’ mer bös’ sei wollt, könnt’ mer saa:
„Lockerlebig“ is se aa!

Sie ist – un zeigt des u’geniert –
nur an Befruchtung int’ressiert,
peift abber uff de beschte Mann,
weil’s Bienche des viel besser kann!

Im Prunkgewand, mer deet’s net ahne,
stecken Fortpflanzungsorgane,
die waarden, als wärn’s Dolle,
uff gar nix, nur auf Polle!

Fer Rosekinnerche zu krie,
des wääß jo jeder, braucht mer die;
un ähnlich, wie bei Menschedame,
dient grelli Farb’ als Leuchtreklame.

Lockend schwebt aach süßer Duft,
zum Bienenäsje dorch die Luft;
‚s Bienche schnuppert net lang rum,
sa’t: „Summ!“ und immer widder: „Summ!“
Umschwärmt des Blütche, ist so frei,
kitzelt’s bißje, krabbelt nei,
wuschelt, kuschelt, – ‚s Rösje halt,
weil em’s Krabbele gefallt,
un feinschter Nektar is de Preis,
fe Zärtlichkeit un Binenefleiß.

Es Bienche brummelt nektarfroh,
loßt zur Belohnung Polle do,
flie’t abber plötzlich ohne Wort
un ohne rumzugucke fort.

Doch glei druff hört mer’s widder brumme,
un schunn derf’s nekschte Bienche kumme,
kriet aa widder Nektar, bringt Polle zum Lohn –
ganz streng genumm, ist so was Prostitution:

Do werd’n nämlich Kinner ins Lebe geschmiss,
un kään’s wääß, wer soi Vadder ist;
drum ist die Ros’ – des nebe’bei –
moralisch net ganz einwandfrei!

Passage aus einer Büttenrede „Narreschiff uff Kibo-Welle“ von Gernot Fürwitt

1 Kommentar
  • Köstlich!
    Meine Schwägerin ist übrigens Pfälzerin, ich habe also keinerlei Probleme mit diesem Dialekt.

    26. Februar 2009 um 0:17

Einen Kommentar schreiben

X