Eine Majestät der Pfade und Straßen, das ist er wirklich: der Breit-Wegerich (Plantago major). Er macht sich einfach breit auf Wegen. Im Althochdeutschen bedeuten rih oder rich so viel wie König oder Herrscher. Obwohl das Kraut einen so herrschaftlichen Namen trägt, wird er doch mit Füßen getreten und eher als lästiges Unkraut geschmäht. Doch Simone Brauns Entdeckerfreude hat ihn standesgemäß mit der Kamera in Szene gesetzt:

Er kann selbst stark verdichteten Boden durchdringen und sich auf steinigem Untergrund durchsetzen. Namen wie Wegetritt oder Unvertritt sagen viel über die Zähigkeit des Breit-Wegerichs aus. Er verträgt eine Menge von Fußtritten, sogar ein Befahren mit Rädern dulden die ledrigen Blätter.

Katzensterz, Vogelwürstel, Kerzenleuchter oder Kanonenputzer beschreiben die Blütenähren vom Breit-Wegerich.

Auch als Hungernudeln werden sie bezeichnet, weil die großen Blätter den guten Futtergräsern den Platz wegnehmen. Aber eigentlich steckt viel Nahrhaftes in den aufragenden Gebilden. Junge Blütenstände schmecken pilzig fein, Früchte lassen sich abrebeln und ergeben eine gehaltvolle Knabberei. Das wissen auch Vögel zu schätzen, sie holen sich die reifen Früchte gerne – was wiederum zu Ausdrücken wie Vogelhanf, Zeiserlsamen oder Kanarisaat geführt hat.

Handblätter, Ochsenzungen, Eselsohren, Saulappen, Kuhplatscher, Ballenblacke – alle diese Volksnamen beziehen sich auf die Blätter vom Breit-Wegerich, die bisweilen enorme Ausmaße annehmen können.

Die Blätter wurden früher viel zur Linderung von Beschwerden eingesetzt, deshalb spricht man auch von Heilblättern, Hitzblättern (als kühlende Auflage bei Entzündungen), Schneidblätter (als „Pflaster“ für Schnittwunden) oder Hühneraugenwurz (auf Hühneraugen aufgelegt).