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Kohl von der Wiese

Wiesenkohl? Gibt’s den? Ja – auf feuchten Wiesen, auch als Gras- oder Wasserkohl bezeichnet. Doch besser bekannt als Kohl-Distel (Cirsium oleraceum). Früher gerne als Tierfutter genutzt, deshalb heißt der Korbblütler auch Pferdekohl, Kälberklau oder Saudistel.

Die großen, unregelmäßig eingeschnittenen Blätter (sie sind „schartig“, daher wohl die Namen Scharte, Scharkraut, Scherdistel) ergeben ein gutes Wildgemüse, deshalb heißt die Distel auch Gemüsedistel. Junges Blattwerk lässt sich roh genießen, ältere Blätter werden besser gekocht. Der dicke Wurzelstock enthält analog den Knollen vom Topinambur Inulin. Schmackhaft!

Die ganz jungen, noch in Hochblätter eingepackten Blütenstände sehen wirklich aus wie kleine Kohlköpfe. Solange die zugespitzten Hüllblätter der Blütenkörbchen noch weich sind, kann man sie essen – gedünstet, gedämpft, gebraten.

Laut Volks-(Aber-)Glauben hilft die Kohl-Distel gegen jeden Schreck, insbesondere bei Kindern. Um dem „Erschrecken“, womit epileptische Anfälle gemeint waren, vorzubeugen, wusch oder badete man Kinder in einer Abkochung der Kohl-Distel bzw. räucherte damit. Überhaupt sollte die Waschdistel, das Verwaschkraut helfen, Kinder zur Ruhe zu bringen.

Sicherlich kann die Kohl-Distel beruhigend wirken, wenn man sich in ihre Schönheit vertieft – die sie aber oft erst auf den zweiten oder dritten Blick preis gibt. Insekten finden in den Blüten reichlich Nektar und Pollen. Meisen, Finken und Hänflinge holen sich gerne die Samen.

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