Garten: Dünger aus dem Süden

Garten: Dünger aus dem Süden

Kleines ImmergruenSaharastaub – für Autofahrer und Hausfrauen ein Graus, für den Garten ein Schmaus! Der Staub wirkt als guter Dünger! Bodenlebewesen und Pflanzen freuen sich über das Gourmet-Frühstück aus dem Süden. Meine wöchentlichen Gartentipps – auch auf br.de.

Pflanze der Woche:
Immergrün
Leuchtend blaue Blüten tupfen einen frischgrünen Blätterteppich, das Kleine Immergrün (Vinca minor) blüht! Seit der Römerzeit wurde das Immergrün bei uns vom Menschen verbreitet. In alten Laub- und Buchenwäldern weist es darauf hin, dass dort einst Burgen oder Siedlungen waren. Der höchstens knöchelhoch wachsende Kleinstrauch, auch Singrün oder Jungfernkraut genannt, gedeiht an halbschattigen, selbst schattigen Stellen unter Bäumen, stellt keine Ansprüche, verträgt Trockenheit und muss nur bei Bedarf durch rigorosen Rückschnitt gezügelt werden. Ein idealer Bodendecker unter Bäumen, wo kein Rasen mehr hochkommt.

Bauernregel:
Je eher im April der Schlehdorn blüht,
je früher der Bauer (Gärtner) zur Ernte zieht.

Aussaat im MinigewaechshausSo treiben Sie es bunt
Robuste Sommerblumen wie Korn- und Ringelblumen können Sie direkt ins Freie säen. Auch für Sonnenblumen, Kapuzinerkresse, Malven, Levkojen oder Sommerastern ist jetzt Zeit zur Aussaat. Decken Sie die Saat zum Schutz vor der kühlen Witterung aber noch mit Vlies oder Folie ab. Auf der Fensterbank können Sie Zinnien, Schmuckkörbchen, Trompetenzunge oder Ziersalbei vorziehen.

ErdbeerpflanzeSo sorgen Sie für süße Früchtchen
Damit die Ernte an saftig-süßen Erdbeeren besonders reich ausfällt, müssen Sie jetzt bereits vorsorgen. Lockern Sie die Erde zwischen den Stauden, die schon austreiben, und entfernen Sie sämtliche Unkräuter, die schon keimen. Prüfen Sie auch die Erdbeerstauden, schneiden (nicht pflücken, nicht reißen!) Sie welke und vor allem kranke Blätter weg – dabei dürfen Sie das Herz, also die zarten jungen Blätter im Zentrum, aber nicht verletzen. Die alten Blätter sollten Sie aber auch schon deshalb entfernen, weil von ihnen die Hauptansteckungsgefahr für Grauschimmel ausgeht. Anschließend verteilen Sie etwas reifen Kompost rund um die Erdbeeren und harken diesen leicht in die Oberfläche ein.

Rose wurzelnacktSo pflanzen Sie Freude
Herbststauden wie Anemonen, Chrysanthemen oder Astern können Sie jetzt pflanzen, so wachsen sie über den Sommer gut ein und blühen bereits im kommenden Herbst üppig. Außerdem überstehen die Stauden den Winter viel besser. Das gilt ebenso für Rosen, die jetzt preisgünstig als wurzelnackte Ware angeboten werden – ab in die Erde damit. Gepflanzt werden auch Sträucher wie Roseneibisch, die im Spätsommer blühen, sowie alle Halbsträucher, darunter die mediterranen Gewürze Lavendel, Rosmarin, Salbei. Auch robuste Gewürzkräuter wie Melisse oder Minze können jetzt ins Beet oder in den Kübel.

Saemlinge belueftenLüften, belüften, auslüften
Frühbeet und Gewächshaus gut lüften, damit die Luft nicht zu feucht wird und sich keine Pilze ausbreiten können. Nicht zu spät am Tag wieder schließen, so kühlt es nicht zu sehr aus. Sämlinge im Minigewächshaus oder unter Folienhauben belüften, damit sie sich an die frische Luft gewöhnen. Tropische Kübelpflanzen bei sehr mildem Wetter tagsüber an eine schattige Stelle ins Freie stellen, das kräftigt.

Gartenzitat
„Was der Frühling nicht sät,
kann der Sommer nicht reifen,
der Herbst nicht ernten,
der Winter nicht genießen.“

Johann Gottfried von Herder (1744-1803), deutscher Dichter und Theologe, gestaltete und bewirtschaftete mit viel Hingabe in seiner Heimatstadt Weimar einen Hausgarten mit Blumen, Obstbäumen, Beerensträuchern und Gemüsebeeten. Den Herdergarten kann man in Weimar besichtigen, er wurde 1994 anlässlich des 250. Geburtstages Johann Gottfried Herders rekonstruiert.

 

2 Kommentare
  • Vinca minor, seit vielen Jahren mein bewährter Liebling für schwierige schattige sandige Stellen… ;-), seit ein paar Jahren habe ich die große Schwester Vinca major auch und auch sie breitet sich willig aus, und sie blüht viel länger, zur Freude der Insekten… Lieben Gruß Ghislana

    14. April 2014 um 18:08

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