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Blumenblau

Wow – was für ein Blau! Im Jahr 1835 prägte der deutsche Apotheker und Unternehmer Ludwig Clamor Marquart (1804-1881) den Begriff Anthocyan („Blumenblau“ nach griech. anthos = Blüte, kyaneos = blau) für eine chemische Verbindung, die Blüten ihre blaue Färbung verleiht. Heute versteht man unter Anthocyanen eine große Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen, die zu den Flavonoiden (nach lat. flavus = gelb) zählen.

Anthocyane, darunter Cyanidin (verleiht z.B. der Kornblume ihr schönes Königsblau) und Delphinidin (z.B. typisch im Feld-Rittersporn), sind wasserlöslich und werden im Zellsaft gelagert. Die Farbstoffe dienen dazu, Tiere – bei den Blüten eben Bestäuber – anzulocken, um die Vermehrung zu sichern.

Aber Anthocyane schützen auch vor UV-Strahlung und binden freie Radikale, bewahren damit die Zellen vor Schäden. Sie sind licht- und hitzeempfindlich, in jungen, frisch geöffneten Blüten sehr viel kräftiger, strahlender als in älteren, bereits verwelkenden. Wer die schöne blaue Farbe der Blüten beim Trocknen erhalten möchte, muss gerade eben erblühte Exemplare suchen.

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