Blütenheide statt Knospenblüher

Herbstzeit ist Heidekrautzeit! Wo die Sommerblumen weichen, rücken zwischen Laubschmuck jetzt viele Heidepflanzen nach. In Kisten und Kästen, auf Beeten und Gräbern soll es schließlich noch lange bunt sein. Damit es anhaltend bis Weihnachten und darüber hinaus „blüht“, preist der Handel uns so genannte Knospenblüher an. Sie sind aus Mutationen der Besenheide (Calluna vulgaris) entstanden, die – warum auch immer – ihre Blütenknospen geschlossen hält, nicht bestäubt werden und dadurch auch lange, lange nicht verblühen kann. Aber: Was halten denn Insekten davon?

Völlig nutzlos und dennoch hübsch

Bleibt eine Blüte geschlossen, spendet sie auch keinen Nektar oder Pollen, ist also für Insekten wertlos. Wäre jetzt noch September, wären Bienen und Hummeln jetzt noch aktiv, dann könnte man von Knospenblüher-Heide nur abraten, mindestens in Naturgärten. Ab Oktober, wenn es wie in diesem Jahr auch schon ziemlich kalt wird, verlassen Bienen ihren Stock nicht mehr – dann braucht es auch keine Nahrungspflanzen mehr. Wenn es genügend andere Angebote wie Efeu, Klee oder Herbstzeitlosen gibt, spielt die Besenheide wohl keine entscheidende Rolle bei der Versorgung. Also darf man als Gärtner doch zu den Knospenblühern greifen? Immerhin halten sie lange durch, sehen bis in den Winter attraktiv aus und werden dann auch nicht so einfach entsorgt. Immer noch besser als alle zwei Wochen ex und hopp und durch neue Pflanzen ersetzt…

Besenheide am Naturstandort

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