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Best of… Tomaten II

Paradiesäpfel, Liebesäpfel, Goldäpfel – wer nennt die Beerenfrüchte von Solanum lycopersicum heute noch so? In Österreich heißen sie Paradeiser, in Italien pomodori und in Frankreich pommes d’amour. Bei uns? Tomaten! Wohl nach der aztekischen Bezeichnung xītomatl. In der frühen Neuzeit nannte man sie Wolfspfirsich, nach dem Aberglauben, dass Tomaten Werwölfe anlocken bzw. verjagen würden. Kaum zu glauben, dass Tomaten einst in Europa als ungenießbar, sogar als giftig angesehen wurden – aber immerhin gehören sie zur Familie der Nachtschattengewächse, sind also mit Tollkirsche (Atropa belladonna) oder Tabak (Nicotiana) verwandt. Immerhin, alle grünen Teile der Tomatenpflanzen enthalten tatsächlich Giftstoffe.

Tomatenschwemme

Zuerst wollten sie nicht so richtig wachsen, die frisch gesetzten Tomatenpflanzen hingen lange in den Seilen. Dann wuchsen sie endlich, aber Blüten blieben eher Mangelware. In den Hitzeperioden schließlich war es selbst den sonnenliebenden Tomaten zu warm, sie schlappten trotz emsigen Gießens. Aber jetzt komme ich kaum noch hinterher mit Ernten – wohin mit all den Tomaten? Da heißt es kreativ werden.

Warum nicht mal süß?

Süß? Ja, Ihr lest richtig, Tomaten lassen sich auch für süße Speisen verwenden! Immerhin sind es Früchte, wie Äpfel, Birnen oder Zwetschgen. Und wer sagt, dass Gemüse nicht auch wie Obst zubereitet werden darf? Rhabarber ist doch auch ein Stängelgemüse, kaum jemand isst den wie ein Gemüse. Also her mit Tomaten zum Dessert.
Dafür Tomaten halbieren und in einer feuerfesten Form ohne weitere Zutaten bei 100 °C rund 30 Minuten weich garen. In der Zwischenzeit einen Würzsirup zubereiten: Zucker und Wasser im Verhältnis 1:1 aufkochen, Zitronen- und Orangenschale dazu sowie eine ausgekratzte Vanillestange. Das Mark der Vanille aufheben. Zitronenverbene zum Schluss in den gut durchgekochten Sirup geben. Diesen Sirup über die noch warmen Tomaten aus dem Ofen gießen, Vanillemark untermischen. Über Nacht auskühlen und dabei durchziehen lassen.
Und dann? Süße Tomaten wie ein Kompott zu Vanille-Eis, zu weißer Schokomousse, zu Zitronenparfait, zu Löffelbiskuits reichen – da fallen Euch sicher noch viele weitere Möglichkeiten ein.

Ich bereite Tomaten auch gerne mal als Mousse zu:
Für 4-6 Personen:
2 Pfirsiche
2 Aprikosen
1/4 Honigmelone
2 Fleischtomaten
100 g Fruchtzucker
5 Blatt Gelatine
200 g Schlagsahne
Basilikumblätter
etwas Zitronensaft
Kristallzucker

Obst und Tomaten vorbereiten, Fruchtfleisch würfeln, Zucker untermengen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Fruchtfleisch ohne Wasser im eigenen Saft weich garen. Mit dem Mixstab pürieren und durch ein Sieb passieren. Gelatine in kaltem Wasser einweichen, bei milder Hitze auflösen, etwas Fruchtmus unterziehen, dann mit dem übrigen Fruchtmus vermischen. Schlagsahne steif schlagen und unterheben. Kalt stellen.
Mit gezuckerten Basilikumblättern servieren. Dazu die Basilikumblätter durch eine Mischung aus Zitronensaft und Wasser ziehen, gut abtropfen und in Kristallzucker wälzen.

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