Wer Malventee trinkt, genießt nicht unbedingt einen hellrosa bis zartvioletten, milden Aufguss aus einem alten Heilkraut unserer Heimat, sondern oft eher ein intensiv kardinalrotes, säuerlich schmeckendes Getränk aus einer tropischen Pflanze.


Malventee, der kann aus Wilder Malve oder aus Roselle zubereitet sein – letztere ist geläufiger als Hibiskus.


Nicht nur beim Malventee, überhaupt herrscht bei den Malven ein gewisses Durcheinander. Bringen wir Licht in die bunte Vielfalt der Malven und Eibische, Stockrosen und Strauchpappeln. Einige sind bewährte Heilpflanzen, andere beliebte Zierpflanzen und weitere als Nutzpflanzen bekannt.
Wilde Malve

Die Wilde Malve (Malva sylvestris), auch Gewöhnliche, Blaue oder Waldmalve genannt, wächst bei uns an Weg- und Feldrändern, an Hecken und Waldrändern sowie auf Ödland. Seit Urzeiten nutzen die Menschen dieses kurzlebige Kraut mit spindelförmigen Rübenwurzeln und markigen, fasrigen, recht stabilen Stängeln, die über einen Meter hoch werden können. Die Blätter erinnern von der Form her an Efeu, sind jedoch grasgrün, zarter und samtig behaart. Obere Stängelblätter zeigen sich meistens tief eingeschnitten bis stark zerteilt.

Unverkennbar sind die Blüten. Die hellrosa, von dunklen Längsstreifen durchzogenen Blütenblätter drehen sich aus der Knospe zu einer weit geöffneten Schale auf, in deren Mitte eine Säule aus verwachsenen Staubblättern aufragt. Der reichlich angebotene Nektar lockt Hummeln, Bienen, Schwebfliegen und andere Insekten an. Dank der eifrigen Bestäubungsleistung dieser Tiere können Früchte reifen. Die sehen aus wie Mini-Käselaibe, was der Wilden Malve auch zu Namen wie Käsepappel, Käsekraut oder Katzenkäse verholfen hat. In Kindertagen hat man die Früchte oft genascht oder sie – vollreif, bräunlich und zu Scheibchen zerfallen – als Spielgeld benutzt.
Morgen geht’s weiter…