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Stroh in der Krippe und anderswo

In eine Krippe gehört nicht nur Heu, sondern auch Stroh. In manchen Familien war es üblich, dass jedes Mitglied während der gesamten Adventszeit pro Tag einen Strohhalm holen musste, damit zu Weihnachten die Krippe gut gefüllt war und das Jesuskind weich gebettet werden konnte. In so mancher Kirche, z.B. im Kloster Greccio oder in der Schlosskirche Wittenberge, wurde Stroh als Reliquie präsentiert, weil es angeblich aus der Krippe zu Bethlehem stammte, auf dem Christus zur Geburt lag. Wobei eigentlich niemand genau weiß, wie es damals im Stall ausgesehen haben mag, denn Stroh und Heu kommen in den biblischen Überlieferungen von der Geburt Jesu gar nicht vor. Aber es liegt nahe, dass Stroh am Geburtsort vorkam.

Ob Futtermittel, Brennmaterial, Dachabdeckung, zum Flechten, Zutat für Lehmziegel oder Füllung für Matratzen, Stroh war den Menschen stets etwas wert. Gleichzeitig steht Stroh aber auch für Schlichtheit und Bescheidenheit. Im Stroh steckt aber auch der Respekt vor den Gaben der Natur, immerhin trugen die Halme die nahrhaften Kornähren.

Stroh finden wir in der Weihnachtszeit in vielfältiger Ausprägung. In der Ukraine gehört Didukh dazu, eine speziell gebundene und verzierte Getreidegarbe, als Dank für eine reiche Ernte und als Bitte für gutes Wachstum. In Polen wird etwas Stroh unter den Christbaum gelegt, als Futter für das Eselchen, auf dem das Christkind vom Himmel kommt. Oder es kommt unter die Tischdecke, als Erinnerung an die Geburt Jesu.

In Nord- und Osteuropa hängen von den Zimmerdecken Himmelis, aus Strohhalmen und Faden kunstvoll zusammengesetzte Mobiles.

Bisweilen kommt nicht nur Stroh in eine Krippe, sondern bestehen den Krippenfiguren aus Stroh.

In Skandinavien wird der Julbock, tief verankert in der Mythologie der nordischen Völker, oft aus Stroh gebastelt.

„Stroh in Schuhen und Liebe im Herzen gucken überall heraus.“ Deutsches Sprichwort

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