Erich, Erika, Ernst und Elfriede – einen Namen muss doch jeder haben. Oder gleich zwei oder gar mehrere? Wie viele Vornamen tragt Ihr und warum haben Eure Eltern sie Euch gegeben? Bei Pflanzen ist es ähnlich. So wie wir uns untereinander meistens nur mit einem Vornamen kennen, ist auch bei Pflanzen häufig nur ein Name geläufig. Schade, denn die Namensvielfalt ist einfach unterhaltsam.

Edelfräulein –> Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas):
Solange der Mohn auf dem Feld blüht, vergleicht man ihn mit Rosen – wenn Kinder aus den gepflückten Blüten Püppchen basteln, dann spricht man von Edelfräulein oder Feuriger Madame, siehe auch HIER im Blog.

Ehebaum –> Efeu (Hedera helix):
Immergrün und ewig während, so möge die Zweisamkeit nach der Hochzeit bleiben – das wünscht der Efeu? Schier untrennbar mit dem Baum verbunden, an dem er emporwächst – so lebt der Efeu? Doch der Ursprung des Volksnamen Ehebaum geht wie Efeu selbst auf alte Bezeichnungen für Heu zurück: Althochdeutsch ebihouwi, ebhouwe, ebihewe, ebah, ebahi, ebahboum, ebboum, mittelhochdeutsch ebehöu, ephöu, frühneuhochdeutsch
Ebheu, Epheu. Namen wie Ewig, Mauerewig, Waldewig, Wintergrün oder Immergrün bedeuten das, was man auf Anhieb vermutet. Eva- bzw. Adamsblätter beziehen sich darauf, dass sie den beiden ersten Menschen im Paradies analog der Feigenblätter zur Bedeckung der Scham gedient haben, nachdem sie vom Baum der Erkenntnis genascht hatten – so wird vermutet.

Eier in Schmalz –> Hornklee (Lotus corniculatus):
Wer so schön dottergelb blüht, muss doch etwas mit Eiern zu tun haben. Und wenn es auch noch glänzt, kommt etwas Fettiges ins Spiel. Eierblume, Eierplätzchen, Eierkuchen, englisch „butter and eggs“ wird den niedlichen Blüten ebenso gerecht wie Muttergottespatscherl oder Himmipantofferl.

Eifersucht –> Mädchenauge (Coreopsis tinctoria):
So schöne Blumen, wer würde da nicht eifersüchtig werden? Also werden Mädchenaugen wie auch Bart-Nelken, Goldlack oder Balsaminen gerne mal Eifersucht genannt, auf Französisch Jalousie. Hihi.

Engel und Teufel –> Gefleckter Aronstab (Arum maculatum):
Piepenpapen, Pitzenpatzen, Affenkindchen – Kindele, Puppele, Hurenditzchen – bulls-and-cows, kings-and-queens, lords-and-ladies – oder eben Engelchen und Bengelchen bzw. Teufelchen. Wer solche Blütenstände zeigt, muss sich nicht wundern, wenn die Fantasie des Volkes damit durchgeht.
Ein Blick in die Blütentüte? HIER im Blog.