Ein Blick in die Tüte

Da es immer heißt, dass Bärlauch (Allium ursinum) mit dem giftigen Aronstab (Arum maculatum) verwechselt werden könne, bleibt einer Kräuterpädagogin fast nichts anders übrig, als diese Pflanze näher unter die Lupe zu nehmen – sagt Simone Braun, die mir voller Großzügigkeit erlaubt, ihre Entdeckungen bei mir im Blog zu posten, damit sich möglichst viele daran freuen können.

Zum Glück macht es einem der Aronstab ziemlich leicht: Die Blätter sind nicht parallelnervig (die Blattadern verlaufen nicht wie parallele Linien über die Blattfläche wie beim Bärlauch, sondern zeigen eine netzartige Struktur)! Nicht einmal die kleinsten Blätter, die im zeitigen Frühjahr gelegentlich in direkter Nachbarschaft zum Bärlauch aus dem Boden schieben, haben so etwas. Allein, dass sie sich anfangs zusammengedreht wie Spieße aus dem Boden schieben, macht eine Verwechslung mit Bärlauch möglich – denn dessen Blätter arbeiten sich ebenfalls wie schlanke Lanzen aus dem Erdreich ans Licht.

Aber stop, der Aronstab hat noch weit mehr zu bieten: Ein äußerst faszinierendes Gewächs mit dekorativen Blättern, auffallenden Blüten und leuchtenden Beeren im Herbst!

Wer Geschichten mag, der wird sofort hellauf begeistert sein vom „Kidnapping am Wegesrand“ (https://www.pflanzenlust.de/9457-2/) oder vom „Es ist nicht alles Aas was stinkt.“ https://www.naturgarten.org/fileadmin/Daten%20alte%20Website/dokumente/publikationen/pflanzen/2008_01_Aronstabgewaechse_Es_ist_nicht_alles_Aas_was_stinkt_Werner.David.pdf

Nun habe ich endlich die Gelegenheit, selbst einmal einen entdeckungsfreudigen Blick in die Tüte zu werfen, denn der Aronstab blüht im Moment. Boah, wie das stinkt!

Woooow, die Reusenhaare wirken ja wirklich wie Gefängnisgitter und halten die Schmetterlingsmücken im Kessel gefangen!

Was für ein spannender Blütenaufbau mit klarer Geschlechtertrennung!

Längsschnitt durch das Innenleben der Blüte.

Ist es nicht einfach WUNDERbar, von anderen Menschen erstaunliche Phänomene zu erfahren, die Dinge selbst zu erleben und zu begreifen, um dann voneinander und miteinander zu lernen?

Jawohl – und danke für die Entdeckerfreude, liebe Simone!

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