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Scharfe Grün- und Weiß-Genüsse

Hier und dort sieht man den wilden Meerrettich (Armoracia rusticana) prächtig gedeihen und jetzt auch blühen. Sehr gut, denn jetzt lassen sich Blätter und Blüten gut nutzen – ich muss nicht auf den Herbst warten, um Wurzeln zu graben. Die oberirdischen Teile haben ebenfalls viel Geschmack, nicht ganz so beißend und nicht zu Tränen reizend. Aber es steckt schon Power drin.

Blüten streue ich gerne frisch über Gemüse und Suppen, gebe sie zu deftigen Salaten, auch mal zur Kräuterbutter oder in den Kräuterquark.

Blätter kommen ins Pesto, in eine Grillsauce (aus griechischem Joghurt, Zwiebel, Knoblauch, ganz wenig Honig und Salz). Ich mixe die Blätter mit wenig Wasser oder Öl zu einer grasgrünen Paste – die ersetzt mir Wasabi, der aus der Tube sowieso nur mehr oder weniger grün gefärbter Meerrettich ist. Und: Echt scharf, ein schlichtes Butterbrot mit fein geschnittenen Meerrettichblättern!

Oder probiert doch mal meine „scharfen Nüsse“ – das Rezept und viele weitere sind aus meinem Buch „Bäume in Küche und Heilkunde“ vom AT-Verlag.

Scharfe Nüsse

70 g frisch geriebener Meerrettich
5-6 Meerrettichblätter, grob geschnitten
1 EL scharfer Senf
1 Eiweiß
½ TL Salz
1 EL Honig
2-3 EL fein geriebene Haselnüsse (oder Mehl)
100 g ganze Haselnüsse

Alle Zutaten bis auf die ganzen Haselnüsse im Mixer oder mit einem Pürierstab zu einer pastösen Masse verarbeiten. Ist sie zu fest, etwas Wasser zugeben. Ist sie zu weich, zu flüssig, noch gemahlene Nüsse oder Mehl unterziehen. Die ganzen Nüsse mit der Paste mischen und innig verkneten. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im vorgeheizten Backofen bei 160 °C (Umluft) etwa 10-15 Minuten backen, dabei ein- bis zweimal wenden.

Buchcover Karin Greiner - Bäume in Küche und Heilkunde

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