Gründonnerstag

Gründonnerstag

Wildkräuter bringen mich – auch nach vielen Jahren intensiver Beschäftigung mit ihnen – immer wieder in Erstaunen. Kaum schmilzt der Schnee, wecken die ersten Strahlen der Frühlingssonne die Pflänzchen und bringen sie kräftig zum Sprießen. Woher nehmen diese Geschöpfe nur ihre Energie? Zu keiner anderen Zeit schmecken die kleinen Kräuter besser. Weil wir den ganzen langen Winter lang auf sie warten mussten?

Was Grünes bitte!

Während der kargen, grauen, kalten Jahreszeit steigt die Begierde nach frischem Grün. Was für ein Erlebnis, wenn die Kost endlich mit den ersten Kräutern aufgewertet werden kann! Die jugendlich grüne Kraft, mit der die Pflänzchen aus der Erde sprießen, der herrlich aromatische Geschmack im Kontrast zum ewigen Einerlei, aber auch allein schon der Anblick von zartem Blattwerk und ersten Blüten weckt die Lebensgeister. Bis heute – hoffentlich.

Neun Kräuter sollen es sein

Einer alten Tradition zufolge kocht man in der Osterzeit eine besondere Speise: Die grüne Neune oder Neun-Kräuter-Stärke. In aller Regel ist das eine schlichte Suppe, in der neun Kräuter die Hauptrolle spielen. Welche Kräuter genau, ist dabei nicht festgelegt, man greift zu denen, die um einen herum in Garten, Feld und Flur zu finden sind, z.B. Gänseblümchen, Gundermann, Sauerampfer, Spitzwegerich, Brennnessel, Löwenzahn, Vogelmiere, Giersch, Schafgarbe…

In der Neun steckt „neu“

Aufgetischt wird diese Kräuterspeise, die Grüne Neune, zu Frühlingsbeginn, wenn Tag und Nacht gleich lang sind, oder zu Gründonnerstag. Dieser Tag kurz vor Ostern trägt seinen Namen wohl nach dem alten Brauch, grüne Kräuter zu essen, um damit die Kraft des Frühlings in sich aufzunehmen und eine Heilwirkung fürs ganze Jahr zu haben, deckte sich aber auch mit den Fastenvorschriften für die Karwoche.

Mehr als neun Varianten

Der schöne, die Natur ehrende Brauch der Grünen Neune lässt sich auf verschiedenste Weise in die heutige Zeit integrieren. Als traditionelle Kräutersuppe, als knackiger Wildkräutersalat, als aromatische Sauce, als Füllung für Maultaschen oder Ravioli, als Zutaten von Knödeln oder Nocken, als Amuse-Gueule oder als Zwischengang, als angesagter grüner Smoothie. Frühlingsfrische pur, das kommt bei immer gut an. Die Kräuter finden Sie überall, Sie müssen sich nur danach bücken. Lebens- und Essenskultur: Die grüne Neune – einfach Kult!

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