Sie gehen nicht in Sack und Asche, sind auch nie alleinstehend, sondern tragen edle Blütenkleider: die Knautien (Knautia), benannt zu Ehren des Hallenser Arztes und Botanikers Christian Knaut ((1653-1716).

Ob es mit der Floskel „Lila, der letzte Versuch“ zu tun hat, dass die hübschen Knautien oder Knopfblumen weithin unter dem Namen Witwenblumen, Fleur de Veuve, Fiora di Vedova, Mourning Widow bekannt sind? Lila steht aber auch für die Sehnsucht nach Geheimnissen.



Jedes Jahr wieder bin ich fasziniert von diesen Gestalten auf den blütenreichen Fettwiesen und bunten Waldrändern, sofern es solche überhaupt noch gibt und sie nicht der monotonen Einöde Industriegrünland weichen mussten. An den Knopfblumen, wie die Witwenblumen auch genannt werden, ist immer reichlich Betrieb – die „Witwen“ ziehen vielerlei Insekten magisch an. Schmetterlinge wie Widderchen oder Bienen wie die Knautien-Sandbiene gehören dazu.

Schaut mal ganz genau hin: Der Blütenstaub der Knautien ist rosa, was sich bei den prall gefüllten Sammelhöschen der Bienen gut erkennen lässt.

Neben der Acker-, Feld- oder Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis), verbreitet auf Wiesen zu finden, kommt hierzulande noch die Wald-Witwenblume (Knautia maxima) in Wäldern der höheren Lagen vor. Beide tragen so klangvolle Namen wie Blaukopf, Wiesenpolster, Sternköpfchen oder Nähkisselchen, die auf ihre attraktiven Blütenstände und die überaus anmutigen Fruchtstände hinweisen.

Noch mehr „Witwen-Wissen“? Dann lest den Beitrag hier im Blog: Ein Korb voller Blüten?